Berlin : Eine amerikanische Medizin-Hochschule für Berlin

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Die amerikanischjüdische Privatuniversität „Touro College“ will in Berlin eine medizinische Hochschule aufbauen. Wenn alles nach Plan laufe, könne man schon im Herbst 2005 mit der Ausbildung der ersten 100 Studenten beginnen, sagt die Direktorin des Colleges, Sara Nachama. Der Gründer des amerikanischen „Touro College“, Bernhard Lander, habe erste Gespräche mit Wissenschaftsstaatssekretär Hans-Georg Husung geführt. Diese sollen nach der Sommerpause fortgesetzt werden. In der Senatswissenschaftsverwaltung stehe man den Plänen aufgeschlossen gegenüber, sagt deren Sprecherin Annette Walz. „Es wäre eine Ergänzung des bestehenden Lehrangebotes in Berlin.“

Nun wird ein geeigneter Standort für die Hochschule gesucht. „Wir haben uns mehrere Kliniken angesehen“, sagt Nachama. Nötig seien beispielsweise Laborkapazitäten und ein Studentenwohnheim in unmittelbarer Nähe. Finanziert werden soll die Medicin School über die Zentrale des Touro College in New York und über Studiengebühren. Deren Höhe – auf jeden Fall über 3000 Euro pro Semester – steht noch nicht fest. Außerdem soll es eine Aufnahmeprüfung geben.

Die jungen Mediziner werden nach amerikanischen Rahmenplänen ausgebildet. Damit entfielen zum Beispiel die Hürden für deutsche Ärzte, die in den USA praktizieren wollten, sagt Nachama. Außerdem sei ein nach den hohen amerikanischen Standards ausgebildeter Mediziner in deutschen Kliniken gern gesehen.

Entstanden sei die Idee für eine medizinische Hochschule, die einmalig in Deutschland wäre, bereits vor zwei Jahren, sagt Nachama. Als der Senat beschlossen hatte, das Steglitzer Universitätsklinikum Benjamin Franklin (UKBF) zu schließen, habe Touro-Gründer Landers vorgeschlagen, das Klinikum in Privatregie weiterzuführen. Das UKBF wurde zwar gerettet und mit der Charité fusioniert, aber die Idee blieb. I.B.

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