• Eine Ausstellung in Mitte widmet sich dem Schicksal der weltberühmten Tagebuch-Autorin

Berlin : Eine Ausstellung in Mitte widmet sich dem Schicksal der weltberühmten Tagebuch-Autorin

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Das berühmteste Tagebuch der Welt liegt in einem Schaukasten, als leuchtend rotorange-kariertes Signal für die Ausstellung "Anne Frank - eine Geschichte für heute". Die Autorin war sich sicher, später einmal werde sich niemand "für die Herzensergüsse eines dreizehnjährigen Schulmädchens interessieren". Die aus einer jüdischen Familie stammende Anne Frank, die 1929 in Frankfurt (Main) geboren wurde, emigrierte 1933 mit Schwester und Eltern nach Amsterdam, ging 1942 in ein Versteck und wurde im August 1944 zuerst nach Auschwitz und dann nach Bergen-Belsen deportiert, wo sie im Oktober 1944 an Typhus starb. "Das Tagebuch war eine anstrengende Lektüre, aber man muss es einfach lesen", sagten gestern Berliner Schüler bei der Ausstellungseröffnung im Polnischen Kulturinstitut.

"Meilenweit weg" sei ihnen das vorgekommen, was im Geschichtsbuch abstrakt "Judenverfolgung" heißt. "Wie das wirklich abgelaufen ist bei der Flucht vor den Deutschen, im Versteck", verstand der 15-jährige Florian Stöckel vom Anne-Frank-Gymnasium in Treptow beim Lesen. Beeindruckt waren die Schüler auch von einer zweiten Ausstellung, die parallel gezeigt wird: Fotos vom "Leiden polnischer Kinder 1939-1945".

Durch die Ausstellung, die in den kommenden Wochen tausende Berliner Schüler sehen werden, zieht sich Anne Franks reich mit Familienfotos illustrierter Tagebuch-Text als roter Faden. Eingebettet sind Leben und Katastrophe der Franks in Fotos und kurze Texte zum historischen Geschehen. Schließlich werden auf den Rückwänden der Ausstellungspavillons Zeitzeugen vorgestellt. Hier stellen die Ausstellungsmacher immer auch die Frage nach der Möglichkeit, heute für Toleranz und Menschenrechte einzutreten. Familienministerin Christine Bergmann sagte gestern, die Geschichte der Anne Frank könne "bei jungen Menschen die Entschlossenheit wecken, sich dem Antisemitismus zu widersetzen".Bis 31. Oktober, Karl-Liebknecht-Straße 7, täglich 9 bis 21 Uhr, Eintritt 5 Mark; 2 Mark ermäßigt. Weiteres unter Tel. 2809 9324.

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