• „Eine deutsche Ex-Freundin zählt oft nichts mehr“ Expertin erklärt Attacke gegen schwangere Jessica mit traditionellem Verhalten

Berlin : „Eine deutsche Ex-Freundin zählt oft nichts mehr“ Expertin erklärt Attacke gegen schwangere Jessica mit traditionellem Verhalten

Übergriff des 15-jährigen Hussein schockiert Mitschüler in Moabit

Tanja Buntrock

Ein 15-Jähriger prügelt auf seine gleichaltrige, schwangere Ex-Freundin ein – um ihr ungeborenes Kind zu töten. Der Fall hat die Polizei genauso schockiert wie die Lehrer und Mitschüler an der Hedwig-Dohm-Oberschule in Moabit. „Die Jugendlichen müssen damit erst einmal fertig werden“, sagte gestern ein Sprecher der Schulverwaltung.

Hussein (Name geändert) ist in Berlin geboren, seine Eltern stammen aus dem Libanon. Bislang hat die Kripo keine Erkenntnisse, dass möglicherweise die libanesische Familie den Jungen dazu angestiftet hat, das uneheliche Baby zu töten. Die Mutter von Hussein, die mit ihren fünf Kindern in einer Wohnung in Tiergarten lebt, will von der deutschen Freundin und einer Schwangerschaft nichts gewusst haben. Sie sei geschockt und „mit den Nerven am Ende“. Wie berichtet, war die im siebten Monat schwangere 15-jährige Jessica (Name geändert) am Sonntagabend von Hussein und seinem türkischen Freund auf dem Moabiter Schulhof schwer misshandelt worden. Das Baby wurde per Notoperation auf die Welt gebracht und liegt nun im Brutkasten, zu seinem Gesundheitszustand gab es gestern keine Auskunft. Noch in derselben Nacht wurde Hussein, der mutmaßliche Vater des Kindes, als Tatverdächtiger festgenommen.

An einer Erklärung für die Motivation dieser Tat versucht sich Ingrid Sewig. Die pensionierte Lehrerin hat 35 Jahre lang in Kreuzberg vor allem Klassen mit hohem Ausländeranteil unterrichtet. Unter ihren Schülerinnen war auch die Deutsch-Türkin Hatun Sürücü, die im vergangenen Februar erschossen worden war. „Weil sie wie eine Deutsche lebte“, so hat es ihr Bruder, der die Tat gestand, erklärt. „Es liegt in der Tradition, nicht in der Religion“, sagt Ingrid Sewig. „Für viele Jungen aus ausländischen Familien sind die deutschen Frauen ’Schlampen’, bei denen man sich austoben und die Hörner abstoßen kann“, sagt sie. „Doch geheiratet wird eine ’saubere’ Frau aus der Heimat.“ Deshalb komme ein Kind mit einer Deutschen nicht in Frage. „Das passt dann nicht. Und erst recht, wenn sie die Ex-Freundin ist, zählt sie nicht mehr.“

Erst vor kurzem soll Hussein erfahren haben, dass Jessica schwanger ist. Er soll zunächst von ihr verlangt haben, das Kind abzutreiben. Die beiden hatten sich auf der Hedwig-Dohm-Realschule kennen gelernt. Hussein ist vor einiger Zeit auf eine Hauptschule gewechselt. Und Jessica verschwieg zunächst ihre Schwangerschaft. „Seit September wissen die Lehrer, dass das Mädchen schwanger war“, sagt Jürgen Willuhn, Leiter des Schul- und Sportamtes in Mitte. Jessica habe immer wieder mal „schwangerschaftsbedingt gefehlt“. Doch dies sei immer begründet gewesen. Als sie ab dem 14. November unentschuldigt fehlte, hätten die Lehrer nach kurzer Zeit mit der Mutter Kontakt aufgenommen. „Am 1. Dezember hat der Klassenlehrer auch einen Hausbesuch bei der Familie gemacht.“ Drei Tage später wurde sie zu einer angeblichen Aussprache von Hussein auf den Schulhof gelockt und von den Jungen zusammengeschlagen.

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