Berlin : Eine Gala mit 132 Weltmeistern

Viele Stars und tausende Helfer: Das Programm der Eröffnungsfeier steht. Eintrittskarten für die Show werden ab sofort verkauft

Robert Ide

Mit der größten Show in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften soll die WM 2006 am 7. Juni im Olympiastadion eröffnet werden. Namhafte Künstler sollen die weltweit übertragene Eröffnungsfeier zum „durchkomponierten Stadionsuperereignis ohne künstlerische Banalitäten“ machen, wie der österreichische Künstler André Heller, Kurator der Gala, am Mittwoch versprach. Ab sofort gibt es Eintrittskarten für das Ereignis zu kaufen.

Die Musik der Gala verantwortet Peter Gabriel, Brian Eno soll eine Hymne komponieren. Auch die Hip-Hop-Band Black Eyed Peas und die Sopranistin Jessye Norman werden dabei sein. Tänzerisch begleitet werden sie von 5000 freiwilligen Darstellern, die in Berlin trainieren. Mark Fisher, der schon die Rockshow „The Wall“ von Pink Floyd gestaltete, wird das Bühnenbild gestalten. Wie berichtet, wird der französische Choreograph Philippe Decouflé die Regie führen. Er hatte die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 1992 in Albertville gestaltet.

„Am Ende wird Fußball immer zur Show“, sagte Sänger Peter Gabriel, der mit Genesis zu Weltruhm kam, über sein Engagement. Gabriel ist Fan des FC Liverpool. „Am Ende wird Fußball immer zur Kunst“, antwortete Musiker Brian Eno, der unter anderem U2 und Paul Simon zu Weltruhm verhalf. Eno ist kein Fußballfan. Trotzdem hat er sich gemeinsam mit seinem Freund Gabriel zur Mitwirkung überreden lassen, weil „Sport und Musik die Menschen zusammenführen“.

Tickets sind ab sofort erhältlich: an Vorverkaufsstellen, über die Telefon- Hotline 01805 - 570026 oder im Internet unter galatickets.fifaworldcup.com. Die Tickets kosten ohne Vorverkaufsgebühr 100, 150, 240, 400 oder 750 Euro. „Unsere Preise sind im Vergleich zu anderen hochkarätigen Veranstaltungen moderat“, meinte Urs Linsi, Generalsekretär des Fußball-Weltverbandes Fifa.

Die Fifa richtet die Eröffnungsfeier in Berlin aus, die zwei Tage vor dem WM-Eröffnungsspiel am 9. Juni 2006 in München stattfindet. Die Kosten belaufen sich auf 23 bis 25 Millionen Euro. Sollte die Feier ein Erfolg werden, dürfte künftig vor jeder Fußball-WM eine Gala ähnlich der Eröffnung von Olympischen Spielen stattfinden, heißt es in Funktionärskreisen. Das erste WM-Spiel in Berlin wird am 13. Juni im Olympiastadion angepfiffen. Bis dahin soll der vom Fest ramponierte Rasen ausgewechselt werden. „Das Wichtigste ist schließlich der Fußball“, bemerkte Franz Beckenbauer, der WM-Organisationschef. Damit das Spiel schon bei der Gala nicht zu kurz kommt, sollen alle noch lebenden Weltmeister auf der Tribüne sitzen – das sind 132.

Erste technische Details wurden ebenfalls bekannt. Demnach soll es ab 21 Uhr ein Vorprogramm im Olympiastadion geben, um 22 Uhr startet die 90-minütige Show. Dort sollen Artisten und Feuertaucher auftreten, 18 000 Kostüme werden kreiert, mehr als 160 Kilogramm Make- up für die Darsteller bereitgestellt. Über die Dimensionen seiner Feier war sogar André Heller erschrocken. „Hoffentlich versteht wenigstens unser Team am Schluss, was wir da gemacht haben“, sagte Heller. Da lachten die versammelten Künstler und freiwilligen Darsteller.

„Sport ist nicht mehr die Beschäftigung einer Randgruppe, sondern er gehört zur Modekultur“, sagte Brian Eno über seine Motivation, an der Megashow mitzuwirken. Peter Gabriel schüttelte da den Kopf. Er sagte: „Ich habe die gleiche Motivation für die WM wie die Fußballer: Geld, Sex und Drogen.“

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