Berlin : Eine Küche für die Kinder

Im Emmi-Pikler-Haus leben Jungen und Mädchen auf Zeit. Das Heim braucht dringend noch Möbel

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So viele Bewerbungen gab es für unsere Weihnachtsspendenaktion noch nie: Mehr als 160 Mappen von sozialen Vereinen sind eingegangen. Der Spendenverein hat alle sorgsam gesichtet und geprüft. Wegen der großen Nachfrage werden wir in diesem Jahr noch mehr Projekte bedenken. Bis Weihnachten stellen wir die ausgewählten Projekte alle zwei Tage vor - und bitten Sie, liebe Leser, um Spenden.

Heute: Ein Hilfsprojekt für Kinder aus familiären Krisensituationen.

Wie alles einmal aussehen soll, kann man im schön eingerichteten Erdgeschoss des alten Herrenhauses schon sehen. In dem Gebäude im kleinen Ort Golßen im Landkreis Dahme-Spreewald, das einst der Familie Heinrich von Kleists gehörte und zu DDR-Zeiten eine Schule und später ein Kino beherbergte, ist heute das Emmi-Pikler-Haus untergebracht: eine Betreuungseinrichtung für Kinder aus familiären Krisensituationen.

Mit viel Holz, hellen Farben und kindgerechtem Spielzeug aus natürlichen Materialien wurde hier ein Ort geschaffen, der für zwölf Kinder im Alter bis zu sechs Jahren ein vorübergehendes Zuhause werden soll. Ein Ort, an dem sie wieder Vertrauen in sich selbst und auch in ihre Umwelt fassen können, bis über ihre Rückkehr in ihre Familie oder den Wechsel in eine Pflegefamilie entschieden werden kann. Die Nachfrage nach solchen Einrichtungen steigt, weil in Berlin immer häufiger Fälle von vernachlässigten Kindern bekannt werden.

Auch wenn der Betrieb ab sofort gewährleistet ist, und die ersten Anfragen des Jugendamtes, das eine Einquartierung der Kindern veranlasst, schon vorliegen, braucht der gemeinnützige und auf Spenden angewiesene Trägerverein noch weitere kräftige Unterstützung. Im Keller beispielsweise, in dem eine große Küche eingerichtet werden soll, wird noch gebaut.

Nach Auskunft von Diplom-Heilpädagogin Pia Bürfent, die zusammen mit der ehemaligen Kindergärtnerin Elke-Maria Rischke die Betreuungsstätte leitet, braucht das Emmi-Pikler-Haus noch so Grundsätzliches wie Küchenschränke und Geschirr. Auch in der Waschküche fehlt noch vieles, was unbedingt notwendig ist. „Einen Trockner brauchen wir ebenso dringend wie eine neue Waschmaschine“, sagt Pia Bürfent. „Sachspenden sind bei uns also auch gerne gesehen.“

Die Pflegeeinrichtung orientiert sich an den Grundlagen der Waldorfpädagogik und an den verwandten Lehren der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler, die dem Haus den Namen gab.

Zwei Betreuerinnen werden sich permanent um die in zwei familienähnlichen Gruppen wohnenden Kinder kümmern. Auch die Eltern sollen in die Arbeit eingebunden werden. Eine oft schwierige Arbeit. Eines hat Pia Bürfent, die ehrenamtlich arbeitet, schon gelernt. „Gutes tun ist schwer.“ Helfen nicht. mho

Das Spendenkonto: Spendenaktion Der Tagesspiegel e. V., Verwendungszweck: „Menschen helfen!“, Berliner Sparkasse, Kto.-Nr. 250030942, BLZ 10050000 (Onlinebanking möglich). Notieren Sie Namen und Anschrift für den Spendenbeleg. Internet: www.tagesspiegel.de/spendenaktion.

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