Berlin : Eine Marke für mehr Durchblick in der Medizin

Ulf Fink (Senator a.D.[Vorsitzender Ges],heitsstadt Berlin e.V.)

Zum dritten Mal haben Gesundheitsstadt Berlin e.V. und der Tagesspiegel den Berliner Klinikführer erstellt. Mit dem abgeschlossenen „Klinikführer Berlin 2007/2008“ und den jetzt neu vorgestellten Krankheitsbildern liegen für mehr als 210 000 Berliner Krankenhausbehandlungen pro Jahr vergleichende Qualitätsdaten vor. Dies entspricht rund 31 Prozent aller vollstationären Behandlungsfälle in Berlin.

Der Berliner Klinikführer ist Bestandteil einer umfassenden Initiative für mehr Transparenz über die Versorgungsqualität in Berlin. Im letzten Jahr kam der Pflegeheimführer Berlin hinzu – erstmals ist damit in Deutschland die Qualität der stationären Pflege regional vergleichend dargestellt worden. Wir werden den Berliner Pflegeheimführer weiter entwickeln und um wichtige zusätzliche Qualitätsinformationen anreichern.

Auch für den ambulanten Bereich werden die Initiatoren vergleichende Qualitätsbetrachtungen durchführen und veröffentlichen. Besonders wichtig ist es uns, bei der zunehmenden Verkürzung der Verweildauer im Krankenhaus die Qualität daran anschließender Behandlungsprozesse in die Betrachtung mit einzubeziehen. Unser Ziel ist es, die regionale Versorgungsqualität weitgehend und Schritt für Schritt sektorübergreifend abzubilden.

Die im neuen Berliner Klinikführer vorgestellten Krankheitsbilder führen zu rund 60 000 stationären Behandlungen pro Jahr in Berlin. Dargestellt werden die Transplantationsmedizin und erstmals Mandel- und Trommelfelloperationen, Nasennebenhöhlen-Operationen, Mund- und Rachenkrebs, Schilddrüsenerkrankungen und Altersheilkunde.

Zudem war es uns ein großes Anliegen, erstmals auch die Berliner Psychiatrien mit einzubeziehen. Vielfach werden psychiatrische Erkrankungen in ihren Auswirkungen unterschätzt und die Betroffenen immer noch in ihrem Umfeld stigmatisiert. Dabei ist fast jeder vierte Mensch in Deutschland im Laufe seines Lebens mit psychiatrischen Erkrankungen konfrontiert, darunter viele leistungsorientierte Menschen, denen nach Erkrankung eine Integration in das Erwerbsleben und das private Umfeld häufig nicht mehr gelingt. Bei den psychiatrischen Krankheitsbildern betrachten wir Depressionen, Schizophrenie und Suchterkrankungen.

Der Berliner Klinikführer hat sich zu einer Marke medizinischer Transparenz entwickelt. Die vorgestellten Qualitätsinformationen und redaktionellen Erläuterungen werden von Patienten und Ärzten als wichtige Informationsquelle genutzt. Der Berliner Klinikführer gilt in vielen Regionen in Deutschland als das Referenzprojekt für Transparenz in der Medizin. Wir werden diese Marke weiter ausbauen.

Ulf Fink (Senator a.D., Vorsitzender Gesundheitsstadt Berlin e.V.)

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