• Eine Messe für Neu-Berliner Erstes „Newcomers Festival“ fand im Roten Rathaus statt

Berlin : Eine Messe für Neu-Berliner Erstes „Newcomers Festival“ fand im Roten Rathaus statt

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Nicht nur Lohnnebenkosten, auch die Lebensqualität der Führungskräfte und Mitarbeiter ist ein wichtiger Standortfaktor für die Unternehmen. Mit einem erstmals ausgerichteten „Newcomers Festival“ am gestrigen Sonntag im Roten Rathaus wollte das Land Berlin neuen ausländischen Unternehmern das Einleben erleichtern und das Image der Stadt weiter verbessern. „Wenn sich die Führungskräfte mit ihren Familien wohl fühlen, dann bleiben sie gerne hier“, sagt David Hart, dessen Agentur die Messe organisierte, „Berlin hat viel zu bieten, von dem viele gar nichts wissen. Die Messe gibt einen umfassenden Überblick“. Mehr als fünfzig Aussteller, Kirchen, Vereine, internationale Schulen und Touristikanbieter präsentierten den Besuchern ihre Angebote: Sprachunterricht, Fortbildungen, Gottesdienste für alle Glaubensrichtungen und internationale Schulen. Die Workshops im komplizierten deutschen Steuerrecht waren besonders begehrt. Und: „Als Inder ist es mir wichtig, für meine Familie einen fremdsprachigen Arzt zu finden, der auch unsere Kultur kennt“, sagt Sandeep S. Jolly. Auf der Messe ist er auf einen gemeinnützigen Verein gestoßen, der solche Ärzte in Berlin vermittelt.

Die Messe passe zu dem „Zuwachs bei den ausländischen Unternehmen in Berlin“, den der Staatssekretär für Wirtschaft, Volkmar Strauch, ausgemacht hat. Nach einem Boom kurz nach der Wende seien die Neuansiedlungen zunächst wieder zurückgegangen. Jetzt kämen aber wieder vermehrt Unternehmer und Manager aus dem Ausland. Der Dienstleistungsbereich sei beispielsweise um zehn Prozent gewachsen. „Jeder große Konzern hat heute ein CallCenter in Berlin“, sagt der Leiter der Akquise der Gesellschaft für Hauptstadt-Marketing, Heinz Walter Kierchhoff. Und sogar im Automobilmarkt, den man nicht auf Anhieb mit Berlin verbinde, habe sich viel getan. So haben sich mit dem Delphi-Research-Center, das Sicherheitssysteme für Autos entwickelt, und dem Auto-Software-Entwickler Carmeg zwei führende Unternehmen für den Standort Berlin entschieden. „Wichtig ist aber nicht nur, dass man die Unternehmen hierher bekommt“, sagt Kierchhoff, „man muss sich auch um sie kümmern, auf ihre Probleme eingehen. Zumindest für private Schwierigkeiten wie die Wahl der Schule für die Kinder und Arbeitsmöglichkeiten für die Ehefrauen ist die Messe eine große Hilfe.“ Ein Newcomers Festival gibt es mit Erfolg seit einigen Jahren in Frankfurt (Main). In diesem Jahr ist neben Berlin auch München neu dabei. jule

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