Berlin : Eine Nacht der Gewalt in Berlin

Freigänger auf Raubzug, brutale Schlägereien

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Brutal und rücksichtslos – nach einer Woche, in der Berlin intensiv über Gewaltkriminalität von Jugendlichen, über angeblich zu „weiche“ Justiz und den hohen Anteil ausländischer Täter diskutiert hat, präsentierte die Polizei am Sonnabend die erschreckende Bilanz nur einer Nacht: Jugendliche schlugen zu, Polizisten wurden angegriffen und verletzt, Betrunkene randalierten.

Reinickendorf, 21.10 Uhr. In einem BVG-Bus wollen zwei junge Männer während der Fahrt Geld aus der Kasse des Busfahrers stehlen. Als der Fahrer das in der Auguste-Viktoria-Allee merkt, schlagen sie sofort auf ihn ein. Bei der Notbremsung rammt der Bus vier geparkte Autos, dann einen Baum und ein Schild. Die 18 und 19 Jahre alten Täter rennen nach hinten, und brechen die Tür auf. Einige der 25 Fahrgäste versuchen, die Randalierer festzuhalten, dies gelingt den bereits alarmierten Polizisten etwas später. Alexander M. und Steve R. aus Bayern sind der Polizei mehrfach wegen Gewalttaten aufgefallen. Der 49-jährige Busfahrer ist leicht verletzt, der Sachschaden ist hoch.

Treptow, 2.50 Uhr. An einer Straßenbahnhaltestelle in Schöneweide fordern drei junge Männer zwei 19-Jährige auf „mitzukommen“. Als sich die beiden weigern, werden sie geschlagen und getreten. Als sie sich in eine haltende Bahn flüchten, tritt ein Angreifer einem ins Gesicht und zerrt ihn aus dem Waggon. Das Trio flüchtet mit Geld und einem Handy. Eines der Opfer muss schwer verletzt ins Krankenhaus. Eine Zivilstreife kann wenig später in der Nähe zwei der Täter, Patrick S. und Elias H., festnehmen, die Beute haben sie bei sich. In H.’s Wohnung werden noch zwei Männer angetroffen, darunter der dritte Räuber. Jan H. war wie Daniel H. als Freigänger am 5. Februar aus dem offenen Vollzug der Jugendstrafanstalt entkommen. Die beiden sollten Strafen wegen Körperverletzung und Raubes verbüßen, nun sitzen sie in U-Haft. Die anderen sind wieder frei.

Mitte, 3.20 Uhr. Vor der Diskothek „Bohannon“ in der Dircksenstraße treten zwei Türsteher auf eine am Boden liegende 19-Jährige ein. Als die Polizei kommt, ist sie bewusstlos. Als Polizisten einen der beiden Türsteher festnehmen wollen, rastet der aus. Er tritt einem Beamten gegen das Schienbein und beschimpft dessen Kollegin wüst. Dann brüllt Maurice S. noch: „Das macht Ihr nur, weil ich Schwarzer bin.“ Der Wirt der Disko empört sich über die Festnahme. S. wird nach einer Blutprobe freigelassen.

Lichtenberg, 3.45 Uhr. In einer rechten Szenekneipe zerstören Betrunkene das Mobilar. Sie schleudern Gegenstände gegen den Wirt: eine Bank, eine Bierflasche. Dann flüchten sie mit „Heil Hitler“-Rufen. Zwei werden kurz danach festgenommen, der 22-jährige Sebastian W. ist der Polizei als Anhänger der rechten Szene bekannt. Ha

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