Berlin : Eine Rechnung mit zwei plus X Unbekannten

Fraktionswahl in der CDU: Ob Nicolas Zimmer oder Peter Kurth die Abgeordneten künftig führen wird, entscheidet sich an diesem Freitag – wahrscheinlich

Werner van Bebber

Nichts ist unmöglich in der CDU-Fraktion. Vielleicht streiten die 35 Abgeordneten an diesem Freitagnachmittag heftig über die kurze Ära Frank Steffel – und vertagen sich, zwecks Abkühlung und Beruhigung. Vielleicht hören sie, dass es am späten Donnerstag Gespräche in kleinstem Kreis gegeben habe und dass sich einer der Kandidaten zurückgezogen habe. Christoph Stölzl soll zu einem Treffen geladen haben. Ein Gerücht sagt auch, dass CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer für den Abend zum Konsensgespräch mit den Protagonisten der Führungskrise – Peter Kurth, Joachim Zeller, Nicolas Zimmer – eingeladen hat. Kein Kommentar, hieß es dazu im Konrad-Adenauer-Haus.

So ist das in Krisen: Kleine und kleinsten Kreise reden, Moderatoren versuchen zu moderieren. Wahrscheinlich ist nach der äußerst turbulenten Woche, dass die Parlamentarier wenigstens einer der beiden Personalkrisen ein Ende machen, nämlich der Führungskrise in der Fraktion. Dann wird es heißen: Nicolas Zimmer oder Peter Kurth. 35 Abgeordnete haben in einer geheimen Wahl einen neuen Fraktionschef zu bestimmen.

Die Wahl ist geheim. Manche, wie der Abgeordnete und Landesgeschäftsführer Matthias Wambach, schweigen mit Verweis auf ihr Amt. Andere hingegen haben im Streit der vergangenen Tage ihre Antipathien und Sympathien unverhohlen ausgesprochen. Bei denen, die geschwiegen haben, gibt es Wahrscheinlichkeiten. Die hängen mit der politischen Heimat der Abgeordneten zusammen. So ist es unwahrscheinlich, dass ein Abgeordneter aus Reinickendorf – dort ist Frank Steffel Kreischef – öffentlich und voller Freude sich zur Wahl von Peter Kurth aufruft. Wahrscheinlichkeiten und Abhängigkeiten sind selten klar zu trennen. Dass Nicolas Zimmer mit 20 zu 15 Stimmen siegen wird, erschien am Tag vor dem heißen Freitag so wahrscheinlich wie 18 zu 17; andere Mehrheiten hatten ebenfalls ihre Vorhersager. Fast sicher ist immerhin, dass keiner der 35 Abgeordneten fehlen wird.

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