Berlin : Eine Rose ist eine Rose ist meine Rose

Im Daimler-Chrysler-Atrium wurden die Kunstblumen von Sergej Alexander Dott zu gutem Zweck versteigert

-

Sarah mag Rosen, das ist nicht zu übersehen. Kommt sie einer nahe, streckt sie schon ihre Ärmchen aus. Natürlich geht das nur, wenn Mama sie trägt. Mit neun Monaten ist die Reichweite arg begrenzt, da wird selbst eine Minirose von 1,20 Metern zum Pflanzenmonster.Wie lange mag es dauern, bis Sarah selbst an die neueste Erwerbung ihrer Eltern heranreicht? Eine rote Stielrose des Künstlers Sergej Alexander Dott, die gestern bei der Benefizauktion im Daimler-Chrysler-Atrium am Potsdamer Platz für 800 Euro an die beiden Frischvermählten Gerhard Lengauer-Strolz und Marion Strolz ging. Freunde hatten dem Paar zur Hochzeit Geld geschenkt, das es für ein Andenken an Berlin und den Potsdamer Platz ausgab. Vier Jahre haben die beiden dort gearbeitet, jetzt geht es zurück nach Österreich, wo ein Grundstück darauf wartet, bebaut zu werden. Die Rose bekommt einen Ehrenplatz im Garten.

42 „Himmelsblumen“, Dekoration zu den Fünf-Jahres-Feiern des Daimler-Chrysler- Quartiers, kamen gestern unter den Hammer. 85 waren es insgesamt, teilweise sollen sie stehen bleiben, teilweise den Tilla-Durieux-Park verschönern, sofern Bezirksamt und Gartenarchitekt einverstanden sind. Für die Versteigerung hatte man den erprobten Peter Raue engagiert, dem die von ihm behauptete Unsicherheit über den Verlauf der Auktion aber gar nicht anzumerken war. Gewiss, zwar waren nur 45 Bieternummern ausgegeben worden, und selbst Leute mit solch einem Zettel sagten vorher teilweise , nur so zum Spaß oder aus Neugier gekommen zu sein. Aber gleich die erste Rose, mit 3,20 Meter ein XXL-Modell, steigerte sich von 1000 auf 2800 Euro, die zu gleichen Teilen an das Deutsche Kinderhilfswerk und den Förderverein der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ gehen. Danach wurde es erstmal preiswerter, schon für 800 Euro konnte man zum Besitzer von 2,40 Meter roter Rose werden, „ein Riesenschnäppchen“, wie Raue beschied.

Offenbar ist Berlin auch eine Stadt der Rosenliebhaber. Ein Bieter wollte gleich sechs Blumen, die teuerste lag sogar über 3000 Euro. Keine einzige ging zurück, und nach nur 45 Minuten konnte Raue zufrieden resümieren: 51 700 Euro Einnahmen. ac

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben