Berlin : Eine runde Sache

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Lorenz Maroldt über die

Geldmaschine Bankgesellschaft

Auch das zeigt der Skandal um die Bankgesellschaft: Nicht an seiner Unfähigkeit ist der Sozialismus verendet, sondern an seiner Phantasielosigkeit. Was ist schon der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung derselben, hatte Bertolt Brecht gedichtet. Wie naiv. Aber er ahnte ja auch nichts von der Berliner Bankgesellschaft. Richtig Kohle macht ein echter Banker nicht mit der Gründung einer Bank, sondern mit deren Zerstörung.

Allein im vergangenen Jahr musste das Land Berlin 1,7 Milliarden Euro in den maroden Konzern pumpen, für weitere 21,6 Milliarden garantieren wir. Wenigstens 36 Millionen, ein Bruchteil des Schadens, wollte das Land von den Verantwortlichen einklagen. Doch leider, leider hat eine Anwaltskanzlei, vom Aufsichtsrat um ein Gutachten gebeten, gerade festgestellt: geht irgendwie nicht, trotz „schwerster Pflichtverletzungen“ des Vorstandes.

Die früheren Bankenchefs Rupf, Landowsky und wie sie alle heißen dürfen ihre üppigen Übergangsgelder und Pensionen also behalten; Millionen gehen so Jahr für Jahr drauf. Millionen kosteten uns auch bereits etliche verlorene Prozesse in diesem Zusammenhang. Immer dabei: die Anwaltskanzlei, die jetzt auch das Gutachten erstellte, demzufolge klagen doch nicht lohnt. Sie verdient sehr gut an der Bankgesellschaft, bei all den Millionenprozessen.

Und wer verdient mit? Ein früherer leitender Mitarbeiter der Bankgesellschaft, dem die Aufträge gleich hinterhergelaufen sind in die Kanzlei, die jetzt auch die seine ist. Sumpf? Filz? Ach was, das ist der ganz normale Geldkreislauf. Die Erde ist eben rund.

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