Berlin : Eine schwimmende Villa Kunterbunt Wir zeigen, wie Berliner wohnen

Nina Siegers

BERLIN PRIVAT

Wer sagt, dass Homestorys nur interessant sind, wenn Prominente darin die Hauptrolle spielen? In den zurückliegenden Wochen stellten wir in Zusammenarbeit mit Radio Multikulti die Wohnungen der Berliner von nebenan vor. Heute endet die Serie im Tagesspiegel. Auf Radio Multikulti läuft die Aktion allerdings weiter, und Leute, die sich beteiligen wollen, werden ebenfalls weiter gesucht. Bewerbungen sind im Internet (siehe unten) möglich.

Pippi Langstrumpf würde hier sofort einziehen: Wer angeln will, muss nur das Fenster öffnen, zum Schwimmen genügt ein Köpper vom Vorderdeck. So ein Hausboot in Spandau ist mindestens so gut wie die Villa Kunterbunt. Die Mitbewohner wären auch ganz nach Pippis Geschmack: zwei Jungs, Philipp und Alexander, 11 und 15, ein Hund, eine Katze, sieben Rennmäuse, und ab und zu steht sogar das Pferd Daister im Vorgarten.

Das Kommando über die schwimmende Kommune hat Susanne von Gersdorff. Vor vier Jahren hat die 40-Jährige das Boot einer Spandauer Werft abgekauft. „Nach der Trennung von meinem Mann war mir ein Einfamilienhaus einfach zu teuer.“ Für den Liegeplatz zahlt sie heute 400 Euro im Monat. Bevor sie mit den Söhnen auf die „Orion“ gezogen ist, musste der Kahn erst einmal familientauglich umgebaut werden. Jetzt hat er alles, was man zum Wohnen braucht: sechs Zimmer, einen Holzofen und sogar eine Wanne. Ein richtiges Vollbad leistet sich Susanne allerdings selten, denn frisches Wasser ist knapp an Bord. Ein anderes Schiff füllt den Wassertank der Orion regelmäßig auf. „Man bekommt schon einen anderen Bezug zu dem, was man verbraucht“, sagt die chemisch-technische Assistentin. „Man lebt einfach ökologischer.“ Auch wenn das Leben an Bord aufwendig ist, möchte Susanne nicht mehr auf dem Trockenen wohnen: „Hier draußen fühle ich mich wie im Urlaub.“

Internet: www.berlinprivatonline.de ; Radio Multikulti (im Kabel 91,6 MHz, über Antenne 106,8 MHz), Sendung heute um 8.40 Uhr.

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