Berlin : Eine streitbare Schwäbin

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Fünf Jahre war die gelernte Bibliothekarin Cornelia Reinauer Vizebürgermeisterin und Gesundheitsstadträtin in Marzahn. 1995 wurde die parteilose Politikerin erstmals von der Marzahner PDS nominiert. Schon vor ihrem Amtsantritt hatte sie damals deutlich gemacht, dass es ihr künftig nicht darum gehe, "parteipolitisch Punkte durchzuziehen", sondern ihr sei es wichtig, im Interesse der Bürger um Konsens zu ringen. Das führte mitunter zu innerparteilichen Auseinandersetzungen. So gehörte Reinauer zu den beiden Bezirksamtsmitgliedern, die Mitte der Neunziger gegen die Sparvorgaben des Senats stimmten. Auch mit dem Senat legte sich die streitbare Stadträtin an. So lehnte sie 1998 kategorisch die von der damaligen Sozialsenatorin Beate Hübner (CDU) geforderte Einführung von Gutscheinen für Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge ab.

Für berlinweites Aufsehen sorgte die Ankündigung der 48-Jährigen, in Marzahn ein Bordell unter kommunaler Aufsicht einzurichten. Das Projekt wurde nie verwirklicht. Vor allem von der CDU hagelte es Proteste. Die Christdemokraten versuchten auch, Cornelia Reinauer mit einem Abwahlantrag aus ihrem Amt zu kippen - ohne Erfolg.

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