Berlin : Eine Welt, gesehen von 500 Kindern

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Die Welt für einen Tag anhalten und Kinder ihre Geschichte erzählen lassen, das will das Fotoprojekt „Imagine - your photos will open my eyes". Am 30. April drückten 500 Mädchen und Jungen in 43 verschiedenen Ländern der Erde, darunter Argentinien, Senegal, Grönland und Vietnam, auf den Auslöser, um ihre eigene Welt in Bildern festzuhalten. „Viele Kinder hatten noch nie einen Fotoapparat in der Hand, die waren zurückhaltend und vorsichtig" sagt der Berliner Journalist Philipp Abresch, der das Projekt zusammen mit der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit realisierte. Abresch hat selbst Kameras in Spanien und Marokko verteilt. „Den Film dürfen die Kinder behalten und sie selber wählen ihre drei besten Fotos aus."

Am heutigen Freitag trifft eine Jury die Vorauswahl: 21 Kinder aus Deutschland zwischen 10 bis 16 Jahren kommen in Berlin zusammen, um die 200 besten Bilder auszuwählen. Darunter sind Kinder von Asylbewerbern, deutsche Schulkinder und Kinder von Diplomaten. „Jeder Platz hat nicht nur ein Gesicht, wir haben deshalb immer mindestens zwei Kinder aus einem Ort mit verschiedenen sozialen Lebensumständen beteiligt" erläutert Philipp Abresch.

Die kulturelle Vielfalt stand beim Projekt im Mittelpunkt: ebenso viele Mädchen wie Jungen, Kinder aus armen und reichen Verhältnissen, aus der Stadt und vom Land, sind beteiligt. In Afghanistan und in den USA, in Israel und in Palästina, in Entwicklungs- und in Industrieländern haben Kinder aufgenommen, was ihnen wichtig ist. Ihre Fotos sollen helfen, sich gegenseitig besser zu verstehen und Fremdes vertrauter zu machen. „Fotos ermöglichen die Verständigung über jede Sprachbarriere hinweg", sagt Abresch.

Am 23. August soll die Ausstellung mit etwa 80 Bildern im Haus der GTZ am Potsdamer Platz in Berlin eröffnet werden. Und natürlich bekommt jedes Kind, das teilgenommen hat, ein Heft mit den Fotos. Nach vier Wochen soll die Ausstellung dann auf Wanderschaft in alle beteiligten Länder gehen. Die Schirmherrschaft des Projektes hat übrigens Lennon-Witwe Yoko Ono übernommen; was beim Titel „Imagine" ja auch irgendwie nahe liegt. Anna Bilger

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