Berlin : Einig und doch entzweit

In der SPD sind alle für den Bau der TVO Streit gibt es aber noch um die Trassenführung.

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Gebaut werden soll sie – die Tangentialverbindung Ost, kurz TVO genannt, die Ahrensfelde und Adlershof direkt verbindet und auch einen Anschluss an den Flughafen herstellt. Darin sind sich die SPD-Bürgermeister aus Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg und Treptow-Köpenick sowie die von Michael Müller (SPD) geführte Stadtentwicklungsverwaltung einig. Wo die neue vierspurige Straße mit Fahrradstreifen verlaufen soll, ist allerdings auch unter den Genossen weiter umstritten.

Am Freitag kam nun der Fraktionsvorsitzende Raed Saleh zu einem Ortstermin. Auf wessen Seite er sich schlagen wird, ließ er offen. Anders als beim Weiterbau der A 100 unterstützt die Fraktion aber das TVO-Projekt, das auch im Koalitionsvertrag mit der CDU vereinbart ist.

Die Stadtentwicklungsverwaltung will die Straße östlich am Außenring der Bahn entlangführen. Die Bezirke dagegen favorisieren eine Trasse, die von der Märkischen Allee kommend zunächst auf die Westseite des Bahndamms wechselt und erst in Höhe der Ahlfelder Straße zur Ostseite zurückkehrt. So würde vermieden, dass die Autos direkt vor den Häusern im Bereich der Rägeliner Straße entlangdonnern, sagt der Bürgermeister von Marzahn-Hellersdorf, Stefan Komoß. Mehrere Häuser müssten abgerissen und Eigentümer enteignet werden. Dies könne lang dauern; die Straße solle aber möglichst schnell kommen.

Ob die „Bürgermeister-Lösung“ umsetzbar ist, wurde noch nicht untersucht. Bei der Westvariante müssen mehrfach Gleise der Bahn unter- oder überquert werden – mit zum Teil kräftigen Höhenunterschieden. Zudem ist der Bau von Unterführungen bei laufendem Bahnbetrieb kompliziert und teuer. Die Bürgermeister sind aber überzeugt, billig davonkommen zu können: Die anwohnerverträglichere Westvariante sei nur etwa zwölf Millionen Euro teurer – bei veranschlagten Gesamtkosten von rund 82 Millionen Euro. Die Senatsverwaltung hat wesentlich höhere Kosten ermittelt.

Ausgaben sparen könne man durch den Verzicht auf zwei geplante Anschlussstellen, die nur durch die Wohngebiete zu erreichen seien, wirbt Komoß für seinen Vorschlag. Zubringerverkehr durch die Wohnquartiere lehnt er ab. Im September soll es dazu eine Verkehrszählung geben. Und dann auch eine Entscheidung zur Trasse. Klaus Kurpjuweit

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