Berlin : Einige hundert Gäste brachten zur Eröffnung drangvolle Enge ins Lichtspielhaus

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Die frommen Wünsche des Manns am Mikrofon nützen nichts: "Bitte, bitte nicht drängeln. Wir wollen nicht, dass sich jemand verletzt." Vergebens. Die Menge, die vor ein paar Minuten wie durch geöffnete Schleusentore durch die beiden Eingänge ins Foyer stürzte, schubst und tritt sich jetzt gegenseitig auf die Füße. Aber noch geht es nicht weiter. Die Treppe ist blockiert und damit auch der Zugang zu den Kinosälen in den Obergeschossen. Die Blockierer sind Treptows Bezirksbürgermeister Siegfried Stock und Volker Riech, Chef der Ufa-Kinokette und Hausherr am Treptower Park. Dort hat die Ufa gestern ein neues Multiplex-Kino eröffnet und unter anderem 120 Schulklassen und Kindergartengruppen zum Tag der offenen Tür eingeladen.

Und weil die Ufa eine Düsseldorfer Firma ist, das Kino am 11. November öffnet, soll das rote Band erst um 11.11 Uhr durchschnitten werden. Angesichts der Menschenmenge, die sich vor ihnen drängelt, fassen sich Stock und Riech kurz. Ihre Worte kommen gegen den Lärmpegel der Masse nicht an. Nur ihre zufriedenen Gesichter sind zu sehen. Siegfried Stock freut sich, weil jetzt auch Treptow mit einem Kinopalast der Superlative aufwarten kann. Und Volker Riech strahlt, weil er an eine glanzvolle Zukunft des neuen Kinos glaubt: "Die Lage ist überdurchschnittlich gut. Die S-Bahn nebenan und ein Parkhaus gegenüber." Zur Architektur des Neubaus, der in nur einem Jahr aus dem Boden gestampft wurde, sagt Riech: "Ein funktionaler Bau."

Auf dem dreieckigen Grundriss finden 2400 Zuschauer vor neun Leinwänden Platz. Der Kinogast betritt das Haus in einem ovalen Foyer. Sämtliche Säle befinden sich oben. Zur Elsenstraße dominiert viel Glas die Fassade, so dass in die Foyers der Kinos trotz der alten Platanen an der Straße viel Licht fällt. Die Säle, allesamt mit neuester Kinotechnik ausgestattet, erfüllen die mittlerweile üblichen Multiplex-Standards wie ansteigende Sitzreihen und Beinfreiheit.

Zur Situation in der Berliner Kinolandschaft bilanziert Volker Riech nüchtern: "Overscreening" - das Fachwort für zu viele Leinwände in der Stadt. Trotzdem expandiert die Ufa weiter: 2001 eröffnet die Gruppe ein neues Multiplex am Alexanderplatz. Zur Ufa gehört auch das Kosmos in Friedrichshain, sowie das Marmorhaus, Royal, die Filmbühne Wien und die Kurbel in der West-City.

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