Einkaufszentrum Alexa : Die rosarote Banane

Noch ist das Einkaufszentrum Alexa eine riesige Baustelle, doch zur Eröffnung in zwei Wochen soll alles fertig sein.

Lothar Heinke
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Endspurt der Bauarbeiten. Auf drei Etagen verteilen sich die Geschäfte. -Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Das Alexa, dieser riesenhafte rosarote Betonklotz an der Grunerstraße in Mitte, ist eine große Baustelle. Über tausend Arbeiter geben Takt und Ton an: Hämmern, Kreischen, Sägen. Draußen polieren sie die Scheiben, Walzen rollen über frischen Asphalt, Lastwagen liefern Fußbodenbeläge an, Warenladungen kommen und verschwinden im Baukörper, der wegen der Grundstücksform auch Banane genannt wurde. „Wir schaffen das!“, sagt ein Bauarbeiter überzeugt – ungläubig starren wir auf die leeren Boxen mit den baumelnden Stromkabeln: Und das alles soll in 14 Tagen fertig sein? Am 12. September um acht Uhr öffnen sich die großen Türen, dann stürmen die neugierigen Berliner in das neue Warenhaus, das sich wie eine eigene Kaufstadt darstellt. Die komplette Fläche misst 56 000 Quadratmeter (die Potsdamer-Platz-Arkaden haben, zum Vergleich, 40 000), es gibt Tiefgaragen für 1600 Autos und drei Etagen mit je zwei Rundumgängen, an denen die Geschäfte liegen. Von den 180 Läden und 17 Restaurants sind 95 Prozent vermietet, das Einräumen hat bei den meisten noch nicht begonnen, Firmenschilder sagen, wer hier einziehen wird: Mediamarkt, Edeka-Reichelt, Rossmann, Douglas, Intersport, H & M, Esprit als „Großmieter“. Und so weiter.

Ein Mieter ist die Buchhandlung Thalia, die auf jedem der drei Geschosse vertreten ist – 1800 Quadratmeter Gedrucktes, „ungefähr 100 000 Bücher“, sagt Filialleiterin Evelyn Pichler, die die ganze Nacht zwischen Umzugskisten verbracht hat und nun mit 40 Thalianern die Regale füllt: „Wir haben eine große Fremdsprachenabteilung, viel Regionales, bekannte und beliebte Kinderbücher aus der DDR, Hörbücher, DVDs.“ Bemerkenswert sind der kleine Extra-Fahrstuhl, der die drei Buchetagen miteinander verbindet, eine Lounge, große Fotos vom Berlin der zwanziger Jahre an den Wänden und immer wieder „der Mann, der hierhin gehört: Alfred Döblin“. Thalia gibt es 16 Mal in und um Berlin, „doch dies wird unser Flaggschiff sein“. Art-déco-Motive schimmern schon hier und da hervor, Gemälde, bunte Fußbodenbeläge, und immer wieder ein kugelrundes Gesicht, das den Namen des Ganzen symbolisiert – an so etwas wie eine Miss Alexa, die vielleicht am 12. September das Band durchschneidet, ist allerdings nicht gedacht.

290 Millionen Euro haben Sonae Sierra (Portugal) und Foncière Euris (Frankreich) in den Konsumtempel investiert, das „Einkaufen, sich Erholen und Unterhalten“, wie es sich die Investoren von täglich 30 000 Kunden erhoffen, bringt der Stadt tausend neue Arbeitsplätze. Gegenüber, bei Galeria Kaufhof, sehen sie der Konkurrenz gelassen entgegen, eine Belebung des Alex’ komme allen Anrainern zugute.

Geöffnet ist bei Alexa von 10 bis 22 Uhr, Lebensmittel kann man ab 8 Uhr kaufen und Essen gibt es bis 23 Uhr, auch sonntags ist die Spachtelmeile „Food court“ offen. Könnte gut sein, dass die jüngsten Konsumenten die 13 Fahrstühle und 28 Rolltreppen im Sturm erobern. In einer „Kindercity“ können alle zwischen zwei und zwölf Jahren spielend lernen. Auf 6000 Quadratmetern gibt es tausend verblüffende Ideen, ein Schweizer Erfolgskonzept kommt damit samt eigenem Kino nach Berlin. Auch „Loxx“ wird Spaß machen, wenn 200 Modellbahn-Züge auf vier Kilometern Gleis durch ein Mini-Berlin gleiten. Der Alex belebt sich.

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