Berlin : Einrichtung für Obdachlose soll bleiben

Um die von Schließung bedrohte Tagesstätte und Arztpraxis für Obdachlose am Berliner Ostbahnhof gibt es weiter Streit. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat die Weigerung der Evangelischen Kirche, ihre Räumlichkeiten zur Fortführung der Arbeit an den Humanistischen Verband Deutschland (HVD) zu vermieten, scharf kritisiert: „Der HVD ist ein anerkannter Träger sozialer Arbeit und Mitglied im Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin“, sagte der Geschäftsführer des Dachverbandes, Oswald Menninger. Die Arbeit der Tagesstätte werde seit Jahren auch mit staatlichen Mitteln gefördert. Die Kirche könne nicht darüber entscheiden, wer diese Mittel erhalten darf.

Bislang wurde die Obdachloseneinrichtung, die sich im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde St. Markus befindet, von der gemeinnützigen „Mut GmbH“ getragen. Das mit der Ärztekammer verbundene Unternehmen gehört zu keiner Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft. Anfang Dezember informierte die „Mut GmbH“ die Kirche als Vermieter darüber, dass zum 1. Januar der Humanistische Verband die Trägerschaft der Einrichtung übernehmen soll. Er gilt als Weltanschauungsgemeinschaft von Konfessionslosen und verantwortet etwa den Lebenskundeunterricht an Berliner Schulen. Inhaltlich äußert er sich oft kirchenkritisch. „Vor diesem Hintergrund lehnt die evangelische Kirche den HVD als Träger einer sozialen Einrichtung in ihrem Gemeindehaus ab“, sagte der Leiter des kirchlichen Verwaltungsamtes Berlin-Mitte-Nord, Ralf Nordhauß. Die Evangelische Kirche bemüht sich nach Angaben der Sprecherin des Kirchenkreises Berlin-Stadtmitte, Christiane Bertelsmann, darum, einen kirchlichen Sozialträger, etwa die Diakonie oder die Caritas, dafür zu gewinnen, die Obdachlosenarbeit am Stralauer Platz fortzusetzen, sagte Bertelsmann. bel

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