Einrichtungen : Pankow hat kein Geld für die Jugend

3000 junge Pankower verbringen täglich Zeit in Jugendeinrichtungen. Die Schulden des Bezirks könnten diese nun ernsthaft gefährden. Doch die Kürzungen an sozialer Stelle machen den Schuldenberg auch nicht kleiner.

Rita Nikolow

3000 junge Pankower verbringen täglich Zeit in Jugendeinrichtungen: in Schülerclubs, auf Abenteuerspielplätzen oder in Jugendtreffs. Zum Jahresende könnte es sein, dass viele dieser 47 Einrichtungen schließen müssen. Überdies könnten noch einmal 17 Angebote aus dem Sozialbereich betroffen sein, die sich mit Migration, Senioren- und Mädchenarbeit beschäftigen. Denn die Haushaltslage des Bezirks ist desaströs. 32 Millionen Euro Schulden hat der Bezirk. Und weil Pankow nicht wie gefordert 5,7 Millionen Euro davon abgebaut hat, will Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) den Bezirk 2009 unter Zwangsverwaltung stellen.

Als einziger Berliner Bezirk würde Pankow dann nicht mehr frei über seinen Etat verfügen können. Endgültig entschieden wird dies am 10. Dezember im Abgeordnetenhaus. Unter Zwangsverwaltung könnte Pankow im kommenden Jahr nur noch die nötigsten Ausgaben tätigen. Bezirksgelder dürften dann nur noch verwendet werden, um bestehende Einrichtungen zu erhalten, gesetzliche und juristische Verpflichtungen zu erfüllen und eine funktionierende Verwaltung sicherzustellen. „Wir haben vor einer guten Woche von der Gefährdung unserer Einrichtungen erfahren“, sagt Annett Rose vom „Spielraum Pankow e. V.“. Dabei nehme die Zahl der Familien im Bezirk von Jahr zu Jahr zu. Und damit wachse die Zahl der Probleme.

„Durch die Kürzungen bei den 47 Jugendprojekten spart der Bezirk gerade einmal 2,6 Millionen Euro“, sagt Torsten Wischnewski vom Träger „Pfefferwerk“. Neu sei an der Sachlage, dass infrage gestellt werde, ob es sich bei den Angeboten der Träger um Einrichtungen handele oder um Projekte. Weiterhin gefördert werden können unter der Zwangsverwaltung des Senates nämlich nur Einrichtungen. Rita Nikolow

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