Einsatz für Hauptstadtbeschluss : Wolfgang Schäuble wird Berliner Ehrenbürger

Der Finanzminister darf jetzt umsonst Tram fahren: Wolfgang Schäuble wird Berlins 119. Ehrenbürger. Neben der Auszeichnung erhält er auch ein paar Annehmlichkeiten.

Wolfgang Schäuble 1991 bei seiner Rede für Berlin (links) und 2016 vor der Bundespressekonferenz - in Berlin.
Wolfgang Schäuble 1991 bei seiner Rede für Berlin (links) und 2016 vor der Bundespressekonferenz - in Berlin.Foto: dpa

25 Jahre nach seiner historischen Rede zum Bonn-Berlin-Umzug soll Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Ehrenbürger der Hauptstadt werden. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) habe die Ehrung mit den Fraktionschefs von der Linken über Piraten bis zu den eigenen Genossen vorbereitet. Eine Senatssprecherin bestätigte entsprechende Berichte der Zeitungen „B.Z.“ und „Bild“ (Samstag). Der Senat will die Ehrung danach am Dienstag beschließen.

Als damaliger Bundesinnenminister hatte Schäuble 1990 den deutsch-deutschen Einigungsvertrag verhandelt. Am 20. Juni 1991 setzte er sich in der entscheidenden Bundestagssitzung mit einer wegweisenden Rede für den Umzug von Regierung und Parlament nach Berlin ein - Auszüge der damaligen Debatte können Sie hier nachlesen.

Schäuble wird nun Berliner Ehrenbürger Nr. 119. Unter den bisherigen Ehrenbürgern sind zahlreiche aktive und ehemalige Politiker wie Joachim Gauck und Willy Brandt, aber etwa auch die Schauspielerin Marlene Dietrich oder Sigmund Jähn, erster Deutscher im Weltall. Auch Ausländer wie Ronald Reagan oder Michail Gorbatschow sind dabei. Von den bisher 118 Ehrenbürgerschaften wurden fünf wieder aberkannt - diejenigen der Nationalsozialisten Adolf Hitler, Hermann Göring, Joseph Goebbels, Wilhelm Frick sowie die des SED-Mitbegründers und einzigen DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck. Die komplette Liste sehen Sie hier.

Zu den Privilegien eines Ehrenbürgers gehört ein Porträt von einem Künstler seiner Wahl für das Abgeordnetenhaus, ein Jahresticket der Berliner Verkehrsbetriebe, ein Abo des Berliner Amtsblatts und ein Ehrengrab.

dpa/stb

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