• Einschulungsuntersuchung: Sozial benachteiligte Kinder haben mehr gesundheitliche Probleme

Einschulungsuntersuchung : Sozial benachteiligte Kinder haben mehr gesundheitliche Probleme

Kinder aus armen Familien sind gegenüber ihren Altersgenossen aus wohlhabenderen Familien gesundheitlich benachteiligt. Übergewicht, schlechte Zähne und gestörte Artikulationsfähigkeit treten bei ihnen vermehrt auf.

Berlin Berliner Kinder aus einkommensschwachen Familien sind stärker von gesundheitlichen Problemen betroffen als andere Gleichaltrige. Wie eine von der Senatsgesundheitsverwaltung veröffentlichte Analyse der Einschulungsuntersuchung 2006 ergab, hat beispielsweise mehr als jedes sechste Kind (17,3 Prozent) aus einkommensschwachen Familien Übergewicht. Von den Jungen und Mädchen gutverdienender Eltern sind dagegen nur 6,4 Prozent zu dick.

Ein ähnliches Bild zeigten die Zahnuntersuchungen. Die Zähne von 15,8 Prozent der Kinder aus ärmeren Familien seien "sanierungsbedürftig", hieß es. Bei angehenden Erstklässlern aus einem Elternhaus mit gutem Einkommen sind es hingegen nur vier Prozent.

Auch beim Sprachvermögen sind soziale Unterschiede erkennbar

75,2 Prozent der Kinder aus höheren sozialen Schichten können sich den Angaben zufolge ohne Störung artikulieren. Beim Nachwuchs einkommensschwacher Eltern sind es lediglich 56,7 Prozent. Nach Senatsangaben wurden insgesamt 27.400 Kinder untersucht. 33 Prozent von ihnen kommen aus Einwandererfamilien.

Gesundheitssenatorin Karin Lompscher (Linke) sagte, der aktuelle Kindergesundheitsbericht bescheinige der überwiegenden Mehrheit der Kinder in dieser Altersklasse eine gute Gesundheit. Gleichwohl mache die Erhebung deutlich, dass der Gesundheitszustand, das familiäre Gesundheitsverhalten und auch die Startchancen in den Schulen unterschiedlich verteilt seien. (lee/ddp)

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