Berlin : Einsteigen bitte!

Der Tagesspiegel verlost Karten für den S-Bahn-Simulator

Stefan Jacobs

Berlin. Wenig los am Bahnhof Savignyplatz heute. „Zug Erna nach Strausberg Türen schließen!“, krächzt es aus dem Bordfunk. Man zieht also am ganz rechten schwarzen Hebel, vernimmt hinter sich das Düüdiedüü für die Fahrgäste und hört es zischen. „Zug Erna nach Strausberg abfahren!“, funkt der Abfertiger. Also Fuß aufs Sicherheitspedal, linke Hand auf den Gas-Taster, der Zug ruckt an.

Tausende von S-Bahn-Fahrern haben an diesem Simulator geübt. Doch nun ist die alte Baureihe 477 ausgemustert; der Simulator wird nicht mehr gebraucht. Nur manchmal dürfen Fans in die Kabine steigen und auf dem per Video vor die Frontscheibe projizierten Berliner Streckennetz fahren.

Es brummt und rumpelt und ächzt in diesem Führerstand, während die Tachonadel sich Richtung Tempo 80 quält. Links kommt der Gegenzug, rechts überholt ein Intercity, die lange Linkskurve vor dem Zoo ist unübersichtlich. Als serviceorientierter Fahrer drückt man den Mikrofonknopf, sagt deutlich: „Nächster Bahnhof: Zoologi…“ – oh Gott, in der Kurve taucht plötzlich ein rotes Signal auf, und in den acht Wagen hinter einem sitzen und stehen 350 arglose Fahrgäste. Man lässt das Mikro los, zerrt am Bremshebel, es zischt, aber erst nach endlosen Sekunden wird der Zug langsamer. Das rote Signal ist längst aus der Bildfläche verschwunden. Die Fahrgäste sind durcheinander gepurzelt. Sie werden sich gewiss beschweren, sobald sie hier raus sind – wenn dies denn die wirkliche Welt wäre.

„Tja, dieses Signal ist tückisch“, meldet sich Lutz Tannigel aus der zweiten Reihe. Der Techniker kümmert sich um den Simulator und schaltet bei laufendem Betrieb gern Signale auf Rot, lässt Autos auf Bahnübergängen stehen oder macht die Gleise mit Herbstlaub rutschig. Das Programm umfasst alle Unbill des S-Bahn-Fahrer-Lebens. Die Fahrgeräusche kommen über Lautsprecher, das Zischen aus Pneumatikschläuchen, fürs realistische Bremsruckeln hängt der Simulator in einem Bewegungsgerüst. Und Tannigel spielt Abfertiger, Fahrdienstleiter und Fahrgast. Mit Vergnügen.

Zusammen mit der S-Bahn verlosen wir fünf mal zwei Freikarten für den Simulator. Bitte senden Sie eine Postkarte mit Ihrer Telefonnummer an: Der Tagesspiegel, Lokalredaktion, Stichwort: S-Bahn, 10876 Berlin. Einsendeschluss ist der 11.10. 2003 (Poststempel).

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