Berlin : Einstein zu Besuch

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STADTMENSCHEN

Er bringe Einstein nach Berlin zurück, sagte Hanoch Gutfreund , ehemaliger Präsident der Hebräischen Universität Jerusalem. Deshalb war es richtig, dass er – ein lockerer und liebenswürdiger BegrüßungsRedner – der Eröffnung einer Ausstellung, die Einstein als „Mann des Jahrhunderts“ zeigt, das schwere Epitheton des „historischen Moments“ aufdrückte. Denn der Mann, der unser Weltbild revolutionierte, war in Berlins bester Zeit Berliner, emigrierte in der bösesten Epoche der Stadt und weigerte sich nach Kriegsende standhaft, je wieder einen Fuß in die alte Heimat zu setzen. Die Bilder- und Dokumenten-Schau wird von der Hebräischen Universität, die Einsteins Nachlass bewahrt, getragen – zusammen mit den Freunden dieser Universität in Berlin. Wissenschaftsministerin Edelgard Bulmahn war – wie sie sich in ihrer Begrüßung erinnerte – „Feuer und Flamme“ dafür, als ihr Gutfreund bei einem Israel-Aufenthalt die Idee zur Ausstellung nahe brachte. Das Liebermann-Haus bietet ihr den Ort – und unterfüttert den historischen Augenblick, denn, wie Monika Grütters von der Stiftung „Brandenburger Tor“ sagte, kannten und schätzen sich Einstein und Liebermann. Dieter Simon , Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie, steuerte die Geschichte des Verhältnisses des Akademie-Mitglied Einstein zu seiner Vorgänger-Institution bei. Sie stimmt rettungslos melancholisch. Viele, sehr angetane Besucher. Die meisten kannten sich – nicht gerade die Berliner Gesellschaft, aber das kulturell-gesellschaftliche Biotop dieser Stadt. Keine große, aber eine intensive Ausstellung. Ein „Appetizer“, sagte Gutfreund, auf die hundertste Wiederkehr der großen Entdeckungen Einsteins im Jahre 2005. Rdh.

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