Berlin : Einwanderer-Integration: Türkischer Bund für Pflichtberatung

Für die Integration von Ausländern in Deutschland braucht es nach Ansicht des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg (TBB) mehr als nur Sprachkurse. Es seien auch gesellschaftspolitische Informationen sowie berufliche Orientierungshilfen notwendig. Außerdem müsse es Anreize zur Teilnahme am Deutschunterricht geben, sagte TBB-Sprecher Safter Cinar am Dienstag. Er warnte davor, Ausländern pauschal Integrationsunwilligkeit zu unterstellen. Es handele sich um "typische Probleme sozialer Schichten", wie sie auch in der deutschen Bevölkerung existierten.

Einwanderern sollte deshalb bei einer Pflichtberatung klar gemacht werden, warum es sich lohne, Deutsch zu lernen und welche Kurse es gibt. Der TBB-Sprecher lehnt aber einen finanziellen Zuschuss zum Unterricht durch die Schüler ab. Eine solche Pflicht sei rechtlich nicht möglich. Möglich wäre es jedoch, einen Vertrag zwischen dem Kursträger und dem Betroffenen zu schließen. Danach seien Sanktionen denkbar, wenn der Kurs ohne triftige Gründe abgebrochen wird. Bei einer regelmäßigen Teilnahme könnten Arbeits- und Gewerbegenehmigungen sowie unbefristete Aufenthaltsgenehmigungen in Aussicht gestellt werden, schlug Cinar vor. Außerdem könnte die Einbürgerungsfrist von bisher fünf auf dann drei Jahre verkürzt werden.

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