• Einzelhandel: Erste Warnstreiks bei Hertie und Wertheim - Morgen findet die dritte Tarifrunde statt

Berlin : Einzelhandel: Erste Warnstreiks bei Hertie und Wertheim - Morgen findet die dritte Tarifrunde statt

sik

Zwei Tage vor der morgen stattfindenden dritten Tarifrunde im Berliner Einzelhandel haben gestern Warnstreiks in zwei Warenhäusern stattgefunden. Betroffen von den Protestaktionen der Gewerkschaften DAG und HBV waren Wertheim an der Schlossstraße (Steglitz) und Hertie an der Hauptstraße (Schöneberg). Einschränkungen für die Kunden gab es aber kaum. Trotz der befristeten Arbeitsniederlegungen konnte das Steglitzer Kaufhaus pünktlich um 9.30 Uhr öffen.

Nach Angaben der Personalabteilung des Hauses nahmen dort nur rund 15 der insgesamt 550 Mitarbeiter teil, die Gewerkschaft DAG sprach von 60 Mitarbeitern. Das Schöneberger Hertie-Warenhaus hingegen konnte erst eine halbe Stunde später öffnen. Warnstreiks dürfen längstenfalls drei Stunden dauern. Auch heute soll es nach Gewerkschaftsangaben wieder zu Aktionen kommen, wie es gestern hieß.

In den vorangegangenen Verhandlungsrunden hat es bisher keine Annäherung gegeben. Das Arbeitgeberangebot von zwei Prozent bei zwei Nullmonaten für die insgesamt 73 000 Beschäftigten des Berliner Einzelhandels lehnen die Gewerkschaften ab. "Dieses Angebot ist einfach lächerlich", sagte der Schöneberger Hertie-Personalratsvorsitzende Peter Jakob. Man wolle die Berliner Verkäuferinnen und Verkäufer noch schlechter stellen als bisher. Der bisherige Tarifvertrag war Ende Juni ausgelaufen. In anderen Bundesländern hatten sich Arbeitnehmervertreter und Arbeitgeber auf 2,5 Prozent bei nur einem Nullmonat geeinigt. Die Gewerkschaften wollen zudem einen Einstieg in zusätzliche Altersvorsorgeleistungen.

Als besonderen Knackpunkt sehen die Gewerkschaften an, dass die Arbeitgeber die bisher für das 1. bis 4. Berufsjahr geltenden Einstiegsgehälter von derzeit rund 2700 Mark für das erste Berufsjahr um bis zu 400 Mark senken wollen, um dann schrittweise für das 4. Berufsjahr die 2700 Mark zu erreichen. Das könne dazu führen, dass länger bestehende Arbeitsverhältnisse aufgrund der Kosten gefährdet seien, sagte Ottwald Demele von der HBV. Das Endgehalt einer Verkäuferin liegt bei 3400 Mark.

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