Einzelhandel in Berlin : Läden öffnen schon wieder am Sonntag

Kaum hat das neue Jahr begonnen, da gibt es bereits den ersten verkaufsoffenen Sonntag in vielen Geschäften. Diese nutzen eine Regelung, die ursprünglich vor allem für Jubiläen und Straßenfeste gedacht war.

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Am Sonntag, 3. Januar, öffnen viele Läden in der Stadt – angeblich „aus Anlass besonderer Ereignisse“. In der Mall of Berlin kann bis 19 Uhr eingekauft werden.
Am Sonntag, 3. Januar, öffnen viele Läden in der Stadt. In der Mall of Berlin kann bis 19 Uhr eingekauft werden.Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Eigentlich gibt es für den gesamten Berliner Einzelhandel erst am 24. Januar wegen der Internationalen Grünen Woche die erste diesjährige Erlaubnis zur Sonntagsöffnung. Trotzdem verkaufen viele Center und weitere Läden auch schon am 3. Januar. Möglich macht dies ein Passus im Berliner Ladenöffnungsgesetz, der weit ausgelegt wird.

Geschäfte dürfen sonntags nicht nur an den jährlich acht Terminen öffnen, die der Senat in Absprache mit Interessenvertretern wie dem Handelsverband, der Industrie- und Handelskammer (IHK) und Gewerkschaften festlegt. Zusätzlich können Händler pro Jahr zwei individuelle Termine wählen – vorausgesetzt, dass nicht schon in der nächsten Woche wieder ein Sonntagsverkauf ansteht.

Das Gesetz verlangt „besondere Ereignisse“

Wörtlich steht im Gesetz (Paragraf 6, Absatz 2): „Verkaufsstellen dürfen aus Anlass besonderer Ereignisse, insbesondere von Firmenjubiläen und Straßenfesten, an jährlich zwei weiteren Sonn- oder Feiertagen von 13 bis 20 Uhr öffnen.“ Die Händler müssen dies dem jeweils zuständigen Bezirksamt unter Nennung des Grundes ankündigen.

In der Praxis gibt es Feste oder Jubiläen aber nur selten. Offensichtlich geht auch vieles andere als „besonderes Ereignis“ durch.

Zehn Center, zwei Kaufhäuser sowie Möbel- und Modegeschäfte verkaufen

Laut einer Liste des Handelsverbands öffnen an diesem Sonntag folgende Kaufhäuser, Center und Läden von 13 bis 18 Uhr: das KaDeWe am Wittenbergplatz, Karstadt am Kurfürstendamm, das Alexa am Alexanderplatz, die Gropius-Passagen in Neukölln, der Boulevard Berlin in Steglitz, das Europa-Center am Breitscheidplatz, das Neue Kranzler-Eck am Ku’damm, die Wilmersdorfer Arcaden in Charlottenburg, Bikini Berlin am Zoo und der Tempelhofer Hafen am Tempelhofer Damm.

Hinzu kommen mehrere Filialen der Modekette C&A, Möbel Kraft am Sachsendamm sowie die Ikea-Möbelhäuser in Lichtenberg und Spandau. Bis 19 Uhr machen die Einkaufszentren Mall of Berlin am Leipziger Platz und Eastgate in Marzahn auf.

Nach Weihnachten bleiben die Umsätze hoch

Der jüngste allgemeine Sonntagsöffnung liegt erst zwei Wochen zurück.

Vier Tage vor Heiligabend hatten schätzungsweise mehr als 7000 Läden in der Stadt verkauft. Als offizielle Anlässe galten die „mehr als 50 Weihnachtsmärkte in Berlin“ und die Konzertreihe „Louis-Lewandowski-Festival“ mit Synagogalmusik.

Doch auch kurz nach Weihnachten und dem Jahreswechsel machen viele Läden noch besonders gute Umsätze. Ein Grund dafür sind die immer beliebteren Geschenkgutscheine und Wertcoupons, die dann eingelöst werden.

An den folgenden Sonntagen öffnen viele Geschäfte in diesem Jahr.

24. Januar: Internationale Grüne Woche

13. März: Internationale Tourismus-Börse (ITB)

22. Mai: Theatertreffen

4. September: Internationale Funkausstellung

16. Oktober: Berlin leuchtet – Lichterfest

6. November: Jazzfest

4. Dezember: Weihnachtsmärkte

18. Dezember: Louis-Lewandowski-Tage

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