Berlin : EINZELKÄMPFER

Als die Szene die Potsdamer Straße entdeckte, war Giti Nourbakhsch längst da. Schon 2006 hatte die Galeristin ihre Räume am Rosenthaler Platz gegen eine kleine Fabrikhalle in der Kurfürstenstraße getauscht – und dafür Kopfschütteln geerntet. Doch sie trifft ihre Standortentscheidungen unabhängig von Trends und großen Strömungen. Genau wie Clemens Fahnemann, der Anfang der achtziger Jahre mit Ausstellungen etwa von Olaf Metzel in der bürgerlichen Fasanenstraße echten Ärger erregte. Oder Daniel Buchholz, der 2008 in derselben Straße ganz entspannt eine Dependance zwischen Edelboutiquen eröffnet. Der Kölner weiß, dass sein fancy Programm die Leute überall hinlockt. Sogar das junge Publikum aus Mitte, das dort inzwischen kalten Schönheiten wie dem Galeriehaus am Kupfergraben gegenübersteht. Andere Galerien halten Abstand, indem sie wie Stephan Westphal den äußersten Zipfel von Prenzlauer Berg mit dem Kurfürstendamm tauschen. Oder Eva Poll, die das Lützowufer für Räume an der Museumsinsel aufgegeben hat. Und dann gibt es Versprengte wie Michael Crome, der lange an der Karl-Marx-Allee ausharrte, sich jetzt aber am Feuer der Potsdamer Straße wärmt.

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