Eis und Schnee : Frau beim Schneefegen gestorben

Eine 73-Jährige rutschte in Köpenick aus und verletzte sich tödlich. Angesichts des Tauwetters mit nächtlichem Frost stehen die BSR und ihre Helfer auch in den kommenden Tagen vor neuen Herausforderungen.

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Hacke Spitze, eins zwei drei. Die Arbeitsmeinschaft City West, BSR und Arbeitslose pickeln am Ku’damm Eis vom Gehweg.Foto: Rückeis

Erneut ist in Berlin ein Mensch infolge eines Sturzes auf verschneitem und vereistem Untergrund gestorben. Wie die Polizei gestern Abend mitteilte, erlag eine 73-jährige Frau ihren Verletzungen, die sie sich „bei einem Sturz vermutlich auf Glatteis in Köpenick“ zugezogen hatte. Die Frau war offenbar gegen 11 Uhr bei dem Versuch, den Bürgersteig vor ihrem Grundstück in der Genovevastraße vom Schnee zu befreien, ausgerutscht. Ein alarmierter Notarzt hatte noch versucht, die Frau zu reanimieren. Die 73-Jährige erlag noch am Unfallort ihren Verletzungen. Erst am Montag war ein 75-jähriger Mann an den schweren Verletzungen nach einem Sturz auf Glatteis verstorben. Der Mann war in Zehlendorf ausgerutscht, als er sein Auto von Schnee befreien wollte.

Unterdessen gibt es weitere Aktionen in der Stadt gegen Glätte und Schnee. Eisfrei ist der Kurfürstendamm noch lange nicht – aber zumindest an einigen Stellen des Boulevards setzten Anrainer und die Berliner Stadtreinigung (BSR) am Mittwoch dem winterlichen Gehwegbelag mit Spaten, Schaufeln und Besen zu. Aufgerufen hatte dazu die AG City in Kooperation mit der Stadtreinigung. Diese stellte das Arbeitsgerät und zwei Kranwagen, die große Mengen aufgehackten Eises wegbrachten. Die BSR unterstützte die Anlieger auch mit Reinigungstrupps aus Mitarbeitern sowie Hartz-IV-Empfängern, die sich freiwillig bei der Arbeitsagentur gemeldet hatten und für den Einsatz 50 Euro pro Tag erhalten.

Für die Schnee- und Eisbeseitigung in ganz Berlin habe die Stadtreinigung am vorigen Freitag um 650 zusätzliche Helfer aus den Reihen der Leistungsempfänger gebeten, sagten BSR-Chefin Vera Gäde-Butzlaff und Jürgen Bielert von der Agentur für Arbeit Berlin Süd. Bereits am Montag habe die Agentur unbürokratisch 1350 mögliche Helfer avisiert, knapp 200 von ihnen seien bereits im Einsatz.

An der Ku’damm-Aktion beteiligten sich laut AG City 57 Geschäfte. An der Ecke Rankestraße griffen Vorstandsmitglieder symbolisch zur Schaufel, darunter der Vereinsvorsitzende Klaus-Jürgen Meier, Schaubühnen-Direktor Friedrich Barner und Carsten D. Colmorgen, Generaldirektor des Hotels Concorde. Gegenüber auf dem Breitscheidplatz räumten Helfer den Gehweg frei. Franca Schäfer, Eigentümerin des Hotels Air in Berlin an der Ansbacher Straße, erschien sogar mit Säugling im Arm. An manchen anderen Stellen schien dagegen kaum ein Anrainer aktiv geworden zu sein.

Dabei wäre Unterstützung angesichts der Wetterlage hilfreich. „Tagsüber soll es tauen, nachts frieren, auch Blitzeis kann es geben“, sagt BSR-Sprecherin Sabine Thümler:  „Schon jetzt legen wir verstärkt Gullys frei, damit das Wasser ablaufen kann“. Auf abends einsetzenden Frost könnte man flexibel reagieren, da die Spätschicht bis 22 Uhr arbeite und die Frühschicht notfalls von fünf auf drei Uhr vorgezogen werde. „Und unsere Mitarbeiter kennen die Stellen, an denen besonders glatt werden kann“. Schnee oder Matsch würden allerdings nicht aus der Stadt gefahren. „Das haben wir nur in Ausnahmefällen auf Antrag der Polizei getan, etwa, wenn eine Kreuzung nicht mehr einsehbar war. Oder bei Staatsbesuchen mit hoher Sicherheitsstufe.“ Da habe man an bestimmten Stellen den Schnee entfernt, damit darin niemand eine Bombe verstecken konnte.

Viele weniger gefährliche Sprengkörper dürften auftauchen, wenn denn Schnee und Eis tauen. Darunter liegt noch der ganze Rest vom Silvesterfeuerwerk. Hinzu kommen zigtausende Tonnen Sand und Splitt, Hundehaufen und vieles mehr. Für die Bürgersteige sind indes die Hausbesitzer oder die privaten Winterdienste zuständig. Nächste Woche soll es wieder schneien.

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