Eisbär Knut : Besuch vom Paten

Knut hat sich dennoch gefreut: Trotz der Vorwürfe wegen angeblich nicht artgerechter Haltung hat sich Pate Sigmar Gabriel nicht von einem Besuch bei Berlins Lieblingseisbär abhalten lassen.

Berlin - Es sollte ein ganz privater Termin werden. Und die Presse durfte auch nicht rein. Beim zweiten Besuch von Knuts Paten, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), waren die beiden fast unter sich. Nur Knuts Ersatzpapa, Tierpfleger Thomas Dörflein, war anwesend.

Gabriel hat den Berliner Zoo gegen Vorwürfe wegen nicht artgerechter Aufzucht des Eisbärbabys Knut in Schutz genommen. "Ich finde es bewundernswert, wie Knuts Pflegevater Thomas Dörflein es geschafft hat, den Kleinen groß zu ziehen und dafür zu sorgen, dass er gesund bleibt und den Menschen so viel Freude bereitet", sagte Gabriel. Der Nürtinger Tierrechtler Frank Albrecht hat dem Zoologischen Garten "extreme Tierquälerei" vorgeworfen. Gabriel, der seit der Weltpremiere von Knut am 23. März dessen Pate ist, besuchte den Eisbärnachwuchs "einmal ganz privat" zum zweiten Mal.

Knut ist ein Glücksfall

Gabriel bezeichnete die Vorwürfe als absurd. Der Zoo sei immer eine Kunstwelt, in der ein Raubtier, wie es Eisbären nun einmal sind, "nie wie in der Natur leben kann". Aber der Berliner Zoo mache seine Sache "sehr sehr gut, und es gibt überhaupt keinen Grund, irgendetwas anderes anzunehmen". Der Minister sagte: "Knut ist ein richtiger Glücksfall für uns alle. Den muss man einfach in sein Herz schließen." Er freue sich besonders, dass die Begeisterung der Menschen für Knut keine Eintagsfliege sei, er wünsche dem Zoo noch viele Besucherrekorde.

Zur Rolle des Eisbärjungen in der Debatte um den Klimawandel und die kritischen Lebensbedingungen für seine wild lebenden Artgenossen in der Arktis sagte Gabriel: "Knut macht das Problem konkret, weil er die Gefühle der Menschen anspricht. Er kann die Menschen für den Klimaschutz gewinnen auf eine Art, wie es Politiker und Wissenschaftler nicht schaffen." Damit leiste der im Zoo lebende Eisbär seiner wilden Verwandtschaft in der Arktis "einen unbezahlbaren Dienst - und uns Menschen übrigens auch".

Gabriel: "Es gibt keinen besseren Botschafter als Knut"

Knut erinnere die Menschen daran, dass seinen Artgenossen buchstäblich der Lebensraum unter den Tatzen wegschmelze. Der Klimawandel und dessen Tempo sei eine massive Bedrohung für die weltweite Artenvielfalt. Dies werde am Beispiel der Eisbären besonders deutlich. "Es gibt keinen besseren Botschafter als Knut, den Knuddeleisbären", sagte Gabriel. (tso/dpa)

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