Berlin : Eisbär Knut: Wer bekommt das viele Geld?

Fatina Keilani

Eine gütliche Einigung hat es nicht gegeben, jetzt geht der Streit um Knuts Erträge vor Gericht. Deutschlands berühmtester Eisbär hat dem Berliner Zoo eine Menge Geld gebracht, und einen Anteil davon beansprucht der Zoo Neumünster. „Die Klage wird gerade zugestellt“, sagte Neumünsters Zoodirektor Peter Drüwa dem Tagesspiegel. Beim Berliner Landgericht war sie gestern noch nicht eingegangen. Der Anwalt des Berliner Zoos, Joachim Gabler aus Rottach-Egern am Tegernsee, hatte ebenfalls noch nichts erhalten. Er ist davon überzeugt, dass die Schleswig-Holsteiner kein Geld verlangen können.

Zwar gehört Knut unstreitig dem Zoo Neumünster. Das geht aus dem Zuchtvertrag hervor. Knuts Vater Lars war nach Berlin ausgeliehen worden, um Nachwuchs zu zeugen. Vertraglich ist geregelt, dass der erste, dritte und fünfte überlebende Nachkomme dem Zoo Neumünster gehört – also auch Knut. Aber bedeutet dies auch, dass das mit Knut verdiente Geld Neumünster zusteht? Drüwa ist davon überzeugt, Eigentum sei Eigentum. Unklar ist auch, wie viel das wäre. Deshalb haben die Kläger erstmal Auskunftsklage erhoben, um herauszufinden, was Knut eingebracht hat. In der nächsten Stufe würde auf Zahlung geklagt. Gabler bezweifelt, dass es so weit kommt. „Es gibt keinen Auskunftsanspruch, weil es auch keinen Zahlungsanspruch gibt“, so der Zoo-Anwalt.

Nach verlustreichen Jahren hatte der Zoo für 2007 einen Bilanzgewinn von 6,8 Millionen Euro ausgewiesen und 27 Prozent mehr Besucher gezählt als im Vorjahr. Im Dezember 2006 war Knut geboren worden. Fatina Keilani

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