Berlin : Eishockey-Profis bleiben in der Zelle

Vorwurf Vergewaltigung: Schwedische Behörden entscheiden über Untersuchungshaft für Eisbären-Spieler

Claus Vetter

Von Claus Vetter

Die Berliner Eishockeyprofis Yvon Corriveau und Brad Bergen bleiben vorerst in Schweden in Polizeigewahrsam. Die Spieler des EHC Eisbären verbrachten auch den Montag in Polizeizellen in Kristianstad. Beiden wird die Vergewaltigung vorgeworfen. Die Eisbären hatten im schwedischen Dorf Tyringe ihr Trainingslager absolviert, dort sollen sie in einem Zimmer des Mannschaftshotels am frühen Samstagmorgen eine 20-Jährige Schwedin vergewaltigt haben.

Bis Dienstag um zwölf Uhr mittags soll entschieden werden, ob die beiden Spieler dem Haftrichter vorgeführt werden. Sollte dies der Fall sein, wird es am selben Tag eine Verhandlung darüber geben, ob die Eisbären in Untersuchungshaft kommen. Diesen Ablaufplan teilte die schwedische Staatsanwaltschaft den beiden in Schweden ausharrenden Verantwortlichen der Eisbären, Manager Peter John Lee und Marketingchef Billy Flynn, mit. Staatsanwältin Pernilla Oström sagte der Stockholmer Tageszeitung „Dagens Nyheter“: „Wir wollen noch weitere Zeugen anhören. Noch gibt es keine technischen Spuren.“ Am heutigen Dienstag sollen die Anwälte der Spieler Einsicht in die Aussageprotokolle der Zeugen und des mutmaßlichen Opfers bekommen.

Die Zeitung „Expressen“ berichtete, dass die 20-Jährige die beiden Eisbären an einer Imbissbude in Hässleholm kennen gelernt habe. Sie sei dann in einem Taxi mit zum Mannschaftshotel in Tyringe gefahren. Danach, so schreibt „Expressen“, sei die Frau in einem Hotelzimmer vergewaltigt worden. Bislang hieß es, dass eine Gruppe von Spielern die Frau bei einem Disco-Besuch getroffen hätte. In einer anderen Tageszeitung, dem „Aftonbladet“ wird ein Polizist zitiert: „Die Frau sagt, mehrere Männer hätten sich im Zimmer befunden. Einige hätten sich nicht an der Vergewaltigung beteiligt, aber dem Opfer auch nicht geholfen.“

Yvon Corriveaus schwedischer Anwalt Lars Engstrand sagte: „Corriveau bestreitet, die Frau zum Sex gezwungen zu haben.“ Manager Lee sagte: „Wenn zwei Menschen Unrecht getan haben, gehören sie bestraft. Aber erst müssen wir wissen, was passiert ist.“

Marketing-Chef Flynn war am Samstagmorgen bereits im Auto vor der Mannschaft aus dem Trainingslager abgereist. Am Samstagabend flog er dann nach Schweden zurück. Flynn machte gestern bei der Polizei in Kristianstad eine Zeugenaussage. „Ich habe der Polizei gesagt, dass ich bei meiner Abfahrt vom Hotel um halb fünf Uhr morgens eine Frau gesehen habe“, sagte Flynn. „Die Frau hat mich und meinen Beifahrer angesprochen. Wir saßen beide schon im Auto und wollten abfahren. Die Frau fragte mich, ob wir sie mit nach Hässleholm nehmen könnten. Ich antwortete ihr, dass wir in eine andere Richtung fahren würden.“ Laut Aussage eines Spielers der mit Flynn im Auto gesessen hat, handelte es sich um die Frau, welche die Spieler zwei Stunden zuvor in dem Nachtklub in Hässleholm kennen gelernt hatten. Flynn selbst konnte dies nicht bestätigen, da er nicht mit in dem Nachtklub war. „Ich habe der Polizei gesagt, dass die Frau auf mich einen normalen Eindruck machte und mich nicht um Hilfe gefragt hat“, sagte der Marketing-Chef.

Bei den Eisbären in Berlin wurde gestern wieder trainiert. Heute Abend tritt die Mannschaft zu einem Freundschaftsspiel bei den Hamburg Freezers an.

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