• Eistüten und Glühwein - Sonne lockte Berliner in die Straßencafés - Heute noch wärmer

Berlin : Eistüten und Glühwein - Sonne lockte Berliner in die Straßencafés - Heute noch wärmer

esch /kög

Berliner und Touristen lockte das schöne Wetter am Sonntag nach draußen. Breitscheidplatz, Potsdamer Platz, Schlossplatz - überall bummelten Menschen in der Sonne, die Cafés waren voll, und einige Wirte hatten sogar schon Tische und Stühle nach draußen gestellt. So genossen Ausflügler bei Eis-Hennig an der Karl-Marx-Allee ihr erstes Eis des Jahres 2000 an Tischchen auf dem Bürgersteig. Um die zehn Grad Celsius hatte es gestern, hieß es vom Wetterdienst Meteofax, heute wird das Hoch "Gerhard" sogar 17 Grad bringen. Aber schon am Dienstag soll das frühlingshafte Wetter vorbei sein. Ein Tiefausläufer wird Wolken und Regen bringen.

Auf der Alten Potsdamer Straße ist Betrieb wie bei den Filmfestspielen. Zwar servieren die meisten Cafés zwischen Potsdamer Platz und Landwehrkanal - die "Stella-Bar" ausgenommen -, nur drinnen, aber der Eisladen in den Potsdamer-Platz-Arkaden verkauft Süßes in Tüten. Ein kleiner italienischer Junge brüllt: Er will sofort ein Eis, während seine Eltern eigentlich gerade in Richtung Kulturforum streben.

Auch Unter den Linden haben die Straßencafés geöffnet; vor dem Opernpalais sind fast alle Tische belegt. "Where are we now?" (Wo sind wir jetzt?) fragt ein verwirrter amerikanischer Tourist seine Begleiterin. Sie stehen vor einer großen Schaufensterscheibe Unter den Linden, Ecke Charlottenstraße. Von hier sendet demnächst - so verkündet ein Schild - Pro Sieben seine "Morningshow". Auch zwischen den schmalen neuen Bäumchen des Lustgartens, vor kurzem erst gepflanzt, gehen Touristen spazieren, andere machen einen Abstecher zum nahen Flohmarkt am Spreeufer. Der 100er Bus ist bis auf den letzten Platz belegt. Drei junge Russen verzehren mitgebrachte belegte Brote und zeigen sich gegenseitig die lange Schlange, die sich vor dem Reichstag aufgereiht hat.

Im Tiergarten haben sich schon die ersten Ballspieler eingefunden, aber so richtig gut besucht ist die der große Park noch nicht. Mehr los ist im Friedrichshain: Die Spaziergänger im Volkspark blinzeln in die Sonne, denn so grelle, leuchtende Farben sind die Augen fast nicht mehr gewohnt. Auf dem Rasen üben sich junge Männer in Selbstverteidigungstechniken, ein paar Meter weiter wird Boule gespielt. Ein Jogger dreht seine Runden gar schon in kurzer Hose und Träger-T-Shirt.

Am Kurfürstendamm überwiegen die einheimischen Laute: Zumeist Berliner drängen sich um die Buden auf dem Breitscheidplatz, die Nackensteak und Glühwein im Glas verkaufen. Weiter hinten drehen ein paar Jungen mit dem Skateboard waghalsige Runden. Das Café Kranzler, das morgen schließen wird, hat gestern draußen auf Tische verzichtet. Fast schon tot sieht das graue Haus mit der rot-weiß-geschmückten Rotunde aus. Dahinter ragt der grüngläserne Neubau auf.

Gut besucht sind auch die Tankstellen, denn viele Autofahrer spülen Winterdreck und Straßensalz vom Lack. Auch Fahrradfahrer finden sich dort ein: So pumpen bei BP an den Kreuzberger Yorckbrücken Kinder ihre platte Reifen wieder auf, um zur Radtour ins Grüne zu starten.

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