Berlin : Eiszeit

Andreas Conrad

weiß nicht mehr, um welche Jahreszeit es sich handelt Klare Verhältnisse sind allemal wünschenswert, zudem gottgefällig. „Eure Rede sei: Ja, ja! Nein, nein!“ – so stand es schon in der Bibel. Nur wird dieser Tage leider alles zunehmend verschwommen, vermischt sich, geht bruchlos ineinander über. Da unterscheidet sich die politische Großwetterlage – ein Land, zwei Kanzler? – kaum von der meteorologischen. Der gestrige Tag war doch einer, den wir in den vergangenen Monaten ohne weiteres als hochsommerlich akzeptiert hätten. Duschen für abkühlungsbedürftige Läufer standen bereit, als wäre Juli. Sogar das Strandbad Wannsee hat noch geöffnet. Andererseits schreckte gestern die Nachricht, in der „Strandbar Mitte“ ende an diesem Sonntag die Saison, und am „Oststrand“ dürfe man auch nur noch bis Mittwoch verweilen. Trotz Dauersonne! Und das Sportforum Hohenschönhausen schob nach, an diesem Montag könnten erstmals wieder die Schlittschuhe untergeschnallt werden. Oben Speise-, unten Kunsteis – wie soll man da einen kühlen Kopf bewahren? Vielleicht, indem man sich ins Cabrio schwingt und losbraust – zur Eingewöhnung an die neue Saison mit runtergekrempeltem Verdeck, aber in langen Unterhosen.

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