Berlin : El Salvador: Leser helfen mit Spenden

Annette Kögel

"Berlin hilft Berlin" - das Motto der Spendenaktion des Tagesspiegels und der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) für die Erdbebenopfer in der gleichnamigen Stadt in El Salvador hat viele Menschen bewegt. Bislang haben Leser mehr als 23 000 Mark gespendet, zudem ist eine Einzelspende in Höhe von 10 000 Mark angekündigt, sagte die Pressereferentin der GTZ in Eschborn, Sabine Tonscheidt.

Wie berichtet, gehört der mittelamerikanische Ort 120 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt San Salvador zu den Regionen, die von dem Beben am 13. Januar am stärksten erschüttert worden waren. Aber jetzt schöpfen die 35 000 Einwohner der Region Berlin wieder Hoffnung. "Wir haben den Pressevertretern die Zeitungsberichte aus Berlin gezeigt und übersetzt, die Freude war sehr groß", berichtet Barbara Hess, Leiterin der GTZ-Einsatzzentrale in San Salvador mit einem guten Dutzend Mitarbeitern. Die Entwicklungshelfer wollen mit regierungsunabhängigen Organisationen und der Heinrich-Böll-Stiftung beim Wiederaufbau helfen. Immer noch werden Verletzte auf der Straße in Zelten notdürftig behandelt.

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"Die Regenzeit beginnt in zwei Monaten, bis dahin müssen wir unbedingt stabile feste Notunterkünfte aufgebaut haben", sagt Barbara Hess. Mit den Spenden der Tagesspiegel-Leser sollen auch Schulmaterialien für Kinder angeschafft werden. Zudem prüft die GTZ gerade, welches größere Projekt sie dank der Tagesspiegel-Spende verwirklicht - voraussichtlich wird eine Schule in der Region Berlin wieder aufgebaut. Zudem sind viele Werkstätten und Kaffeeplantagen, in denen Barbara Hess zufolge "die Ärmsten der Armen El Salvadors" ihren Lebensunterhalt verdienten, zerstört.

Die Ortschaft Berlin in El Salvador liegt auf 1000 Metern Höhe am Fuße des Vulkans El Tecapa nahe der Pan Americana. Ihren Namen verdankt sie einem deutschen Einwanderer. Er hatte sie 1885 nach der alten Reichshauptstadt benannt. Zu der Spendenaktion hatte sich der Tagesspiegel spontan entschlossen, nachdem Jörg Haas, Projektleiter der GTZ, mit einer entsprechenden Anfrage ans Blatt herangetreten war. Das weltweit im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wirkende GTZ hatte sich spontan bereit erklärt, das Spendenkonto einzurichten. Auf Anfrage hatte auch der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen erklärt, er unterstütze die Aktion.

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