• Elefantenrennen: Spaß oder Russisches Roulette? - Tierschützer sorgen sich auch um die Zuschauer

Berlin : Elefantenrennen: Spaß oder Russisches Roulette? - Tierschützer sorgen sich auch um die Zuschauer

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Zehn Tage vor dem Elefantenrennen in Hoppegarten am 16. Juli gab es gestern erneut Proteste gegen das ungewöhnliche Ereignis. Dabei machen sich die Tierschützer nun nicht mehr nur um die Dickhäuter, sondern auch um die Zuschauer Sorgen. Danila Freytag von der Münchener Tierschutzorganisation "Pro Wildlife" bezeichnete gestern das Elefantenrennen als "Russisches Roulette". Man könne einen Elefanten, der durchdreht, nicht stoppen. Die Elektrobänder am Rande der Bahn reichen nach Ansicht der Biologin nicht aus.

Mit dem "Cup des Maharadscha" möchte die Indische Gemeinde von Berlin den fünfzigsten Jahrestag ihrer Republik feiern. Elefantenrennen haben in Asien eine lange Tradition. Veranstalter Frank Brennecke und der Altlandsberger Bürgermeister Ravindra Gujjula stellten gestern das Program vor und versuchten mit Hilfe von Amtstierarzt Martin Fritzsch, die Bedenken der Kritiker auszuräumen. Dieser versicherte, dass es sich bei dem Rennen nicht um Tierquälerei handele, sondern die "Dickhäuter sogar Spaß dabei hätten". Da es sich bei den 14 Elefanten, um 20-jährige Zirkuselefanten handelt, sei es für sie nichts Ungewöhnliches "vermarktet zu werden". Von den Elefanten würden keine Höchstleistungen verlangt. Um sie nicht zu überfordern, trainiere man sie seit April regelmäßig. Auch würden sie nur durch Zurufe animiert und nicht mit Hilfe von Treibhaken, wie es in Thailand üblich sei.

In den letzten Wochen hatte es immer wieder Proteste gegeben. Prominente wie Nina Hagen und Brigit Bardot hatten sich gegen die Veranstaltung ausgesprochen. "Diese Leute sind nicht wirklich informiert", sagte Gujjula. Der gebürtige Inder findet es schade, das sich die Tierfreunde nicht persönlich an ihn gewandt haben oder beim Training zuschauen, um sich eine Meinung zu bilden zu können. Er selbst sei mit den Elefantenrennen, wie sie in Asien und speziell in Thailand praktiziert werden, nicht einverstanden. Deswegen sei er froh, dass die Rennen in Indien inzwischen verboten seien. Die Veranstaltung in Hoppegarten könne mit denen in Asien nicht verglichen werden. Dort setzen die Leute ein Vermögen auf die Tiere. Am Sonntag wäre es nicht so wichtig, wer gewinnt. Die Besucher in Hoppegarten können pro Rennen immer nur 1 Mark setzen. Wer richtig liegt, nimmt an einer Verlosung teil. Der Erlös komme deutschen und indischen Kindern zu Gute.

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