Elektronischer Briefkasten : Korruption anonym anzeigen

Korruption kann künftig in Berlin anonym per Computer angezeigt werden. Der Rechtsausschuss im Abgeordnetenhaus hat dies jetzt beschlossen. Vermutlich noch in diesem Jahr können Hinweise über eine Internetseite an das Landeskriminalamt gesendet werden.

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Vorbild ist Niedersachsen, das einen derartigen elektronischen Briefkasten seit mehreren Jahren erfolgreich anbietet. Genutzt wird in Niedersachsen die Software einer Potsdamer Firma, die auch für Konzerne wie die Deutsche Bahn oder die Telekom arbeitet. Der in Berlin für Korruption zuständige Oberstaatsanwalt Hans Jürgen Fätkinhäuer sprach gestern von einem „qualitativen Fortschritt“. Denn die Ermittler haben über den elektronischen Briefkasten die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen, dennoch bleibt der Hinweisgeber absolut anonym. Zudem können in Kopie auch Beweisdokumente elektronisch übermittelt werden. „Der Computer ist das Instrument der Zukunft“, sagte Fätkinhäuer, der Leiter der Zentralstelle Korruptionsbekämpfung bei der Generalstaatsanwaltschaft ist.

Der künftige Name der Internetseite ist noch offen, in Niedersachsen heißt sie „korruptionsbekaempfung.niedersachsen.de“. Von dort ist der Fragebogen zu erreichen. Fätkinhäuer verspricht sich von der Einführung des Systems auch eine präventive Wirkung. In Niedersachsen sollen die Hinweise überwiegend stichhaltig gewesen sein. Befürchtungen, dass falsche Beschuldigungen abgegeben werden, hätten sich nicht bestätigt.

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