Berlin : Elfjähriger beschießt Mädchen Mit Luftpistole Geld von anderen Kindern erpresst

Innerhalb weniger Tage ist erneut ein Fall von Gewalt unter Kindern bekannt geworden: Am Montagabend hat ein Elfjähriger in Wedding mit einer Soft-Air-Pistole, einer Luftpistole, aus der Farbkugeln abgefeuert werden, auf andere Kinder geschossen, um Geld zu erpressen. Wenig später steckte er einem Jungen brennende Streichhölzer in die Nase. Erst vor wenigen Tagen hatte ein Siebenjähriger auf einem Spielplatz in Lichtenrade ein Kind mit einem Messer verletzt.

„Liane, waren das unsere Kinder?“, fragt ein Mädchen im offenen Kinder- und Stadtteiltreff „Frisbee“ an der Koloniestraße in Wedding ängstlich. Erzieherin Liane Ziegelmann zuckt die Achseln: „Ich habe noch keine Ahnung.“ Als ihr ein Passant am Dienstagmittag erzählte, was am Montagabend auf dem Parkplatz zwischen Kolonie- und Drontheimer Straße passiert war, hatte die 46-Jährige es erst nicht glauben wollen. „So einen drastischen Vorfall hatten wir hier im Viertel noch nie“, sagt sie und schüttelt den Kopf, noch immer ungläubig. Der Spielplatz ist nach Berichten von Anwohnern verrufen im Kiez: als Umschlagplatz für Drogen und Zigaretten sowie als Treffpunkt von Alkoholikern. Aber eine solche Tat unter Kindern – das konnte sich dort bisher niemand vorstellen.

Am Dienstag teilte die Polizei die Details des Vorfalls mit. Demnach bedrohte am frühen Montagabend ein Elfjähriger eine Gleichaltrige auf einem Klettergerüst mit seiner Soft-Air-Waffe; er wollte sie zwingen, ihm ihr Taschengeld zu geben. Als das Mädchen sich davon nicht einschüchtern ließ, verschoss der Junge eine Salve Plastikkugeln. Dabei wurde eine bis dahin unbeteiligte zehnjährige Mitschülerin am Oberkörper getroffen. Die Elfjährige, auf die er gezielt hatte, erschrak, so dass sie vom Gerüst fiel und mit ihrem Kopf gegen eine Zehnjährige prallte, die unter ihr saß. Danach nahm der Junge eine Streichholzschachtel und ging auf den elfjährigen Bruder der verletzten Zehnjährigen los. Laut Polizei steckte er ihm brennende Streichhölzer in die Nase und lief weg.

Die drei Kinder entdeckten wenig später in der Nähe Polizisten und erzählten, was passiert war. Vor allem die Mädchen, die zusammengeprallt waren, klagten über Kopfschmerzen und wurden an Ort und Stelle von der Besatzung eines Krankenwagens untersucht. Der verletzte Elfjährige, dessen Nase blutete, wurde in einem Krankenhaus ambulant behandelt. Da die verletzten Kinder den tatverdächtigen Jungen kannten, konnte die Polizei ihn rasch ausfindig machen. „Er wird demnächst im Beisein seiner Eltern vernommen“, sagte ein Polizeisprecher. Bislang wisse die Polizei nur aus der Schilderung der verletzten Kindern von den Geschehnissen. „Alle Beteiligten werden noch einmal angehört“, sagte der Sprecher. Auch das zuständige Jugendamt werde über den Vorfall informiert.

Am vorigen Donnerstag war ein Siebenjähriger auf einem Spielplatz in Lichtenrade mit einem abgebrochenen Küchenmesser auf einen Neunjährigen losgegangen. Der Ältere erlitt eine Schnittwunde im Gesicht. Der Siebenjährige flüchtete, konnte aber wenig später von Polizisten ausfindig gemacht werden. Laut Polizei wohnt er in einem nahe gelegenen Kinderheim. Die Polizei habe ein Gespräch mit den zuständigen Erziehern geführt. Nähere Angaben dazu machte die Polizei nicht.kba/tabu

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