Berlin : Eltern fordern Deutschpflicht

Mariendorfer Gymnasium berät Hausordnung. Weddinger Schule ist schon weiter

Die Deutschpflicht auf dem Schulgelände wird jetzt zunehmend auch in Gymnasien zum Thema. Heute will sich die Schulkonferenz des Mariendorfer Eckener-Gymnasiums mit der Frage befassen, ob in die Hausordnung eine Pflicht zum ausschließlichen Gebrauch der deutschen Sprache auf dem Schulgelände aufgenommen wird.

Am Diesterweg-Gymnasium in Wedding ist die Deutschpflicht bereits im Schulprogramm verankert – unter der Rubrik „Verbindliche Verhaltensregeln“. Laut Schulleiterin Brigitte Burchardt gehört Sprachförderung zum Profil des Gymnasiums. Das habe damit zu tun, dass über 70 Prozent der Schüler nichtdeutscher Herkunft seien „und bald alle“. „Wir haben wenig Deutsche als Sprachvorbilder. Deshalb haben wird das beschlossen“, begründet Burchardt die Deutschpflicht. Sie werde flankiert durch eine zusätzliche Stunde Deutsch in der siebten Klasse, durch eine „Sprachförderstation“ mit Angeboten am Nachmittag und mit einer zusätzlichen Unterstützung durch Studenten in den Klassen 8 bis 10. In der Hausordnung selbst sei die Deutschpflicht sogar schon „seit Jahren“ verankert – lange bevor die Weddinger Herbert-Hoover-Realschule diesen Schritt machte und dafür später mit dem Deutschen Nationalpreis ausgezeichnet wurde.

Am Eckener-Gymnasium ist die Migrantenquote erst in den letzten Jahren angestiegen. Im Durchschnitt liegt sie bei 25 Prozent, in den siebten Klassen bereits bei über 50 Prozent. Schon länger habe sich die Schule vorgenommen, dass auch außerhalb des Unterrichts Deutsch gesprochen werden solle, berichtet Direktor Anselm Salinger. Wenn Lehrer Schüler daran erinnerten, laute die Reaktion aber des öfteren: „Wo steht denn das geschrieben?!“ Inzwischen fühlten sich manche deutsche Kinder etwa in der Kantine nicht mehr wohl, wenn sie nicht verstünden, was gesprochen werde, sagt Salinger. Deshalb habe die Gesamtelternvertretung „mit großer Mehrheit“ beantragt, die Deutschpflicht in der Hausordnung festzuschreiben.

Ob die Schülervertreter das in der heutigen Schulkonferenz mittragen oder erst mit der Gesamtschülervertretung Rücksprache halten wollen, ist noch offen. sve

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