• Eltern und Lehrer gehen am 11. März zum Roten Rathaus - Schulsenator lässt Unterrichtsausfall erneut erfassen

Berlin : Eltern und Lehrer gehen am 11. März zum Roten Rathaus - Schulsenator lässt Unterrichtsausfall erneut erfassen

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Als Reaktion auf die anhaltende Diskussion um Unterrichtsausfälle will die Senatsschulverwaltung erneut die Fehlstunden erfassen lassen. "Ein Viertel der Schulen soll die Ausfallstatistik führen", kündigte Gerlind Mayer, Leitende Oberschulrätin im Landesschulamt, auf Anfrage an. Die Schulen würden nach repräsentativen Aspekten ausgewählt und müssten ab 10. Februar die Fehlstunden auflisten. Unterdessen bereitet eine gemeinsame Initiative von Eltern und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) einen Sternmarsch vor, mit dem sie gegen den "Bildungsabbau" demonstrieren will. Der Unterrichtsausfall wird ein Thema der Protestveranstaltung sein.

Im vergangenen Schuljahr hatte es erstmals eine umfassende Untersuchung zum Stundenausfall gegeben. Auftraggeber war das Abgeordnetenhaus, das damit auf zahlreiche Elternbeschwerden reagierte. Der Abschlussbericht zeigte, dass 50 000 Unterrichtsstunden - das waren 8,8 Prozent des gesamten Unterrichtsvolumens - zur Vertretung anfielen, aber nur für 31 000 Stunden Vertretungskräfte vorhanden waren. 3,4 Prozent des Unterrichts mussten deshalb ersatzlos gestrichen werden. Hauptgründe waren Erkrankungen der Lehrkräfte, Wandertage und Lehrerfortbildungen.

Ein Vergleich der Bezirkszahlen zeigt, dass es im Ost-Teil wesentlich weniger Fehlstunden gab als im West-Teil. Befragt nach den Gründen für diese Differenz führen Schulverwaltung und GEW übereinstimmend das höhere Durchschnittsalter der West-Lehrer an sowie den Personalüberhang im Ost-Teil, der generell zu einer besseren Lehrerausstattung geführt habe. Außerdem sei die Pensionierungswelle im West-Teil gravierender, wo man sich bisher mit 63 Jahren in den Ruhestand versetzen lassen konnte, ohne Abschläge zu riskieren.

Der für den 11. März geplante Sternmarsch soll zum Roten Rathaus führen. Landesschulbeiratsvorsitzende Elisabeth Willkomm kündigte an, man wolle gegen "Stundenausfall und Lehrermangel" protestieren. Außerdem wird es um die Erhöhung der Lehrerarbeitszeit gehen. Schulsenator Klaus Böger (SPD) hatte zwar argumentiert, dass er damit den Unterrichtsausfall bekämpfen wolle. Landesschulbeirat und GEW befürchten aber stattdessen eine Verschlechterung der Schulsituation, da die Mehrbelastung zu höheren Krankheitsquoten und damit zu noch mehr Fehlstunden führen werde.

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