Ende der Sommerferien : Und was haben Sie im Urlaub an Berlin vermisst?

Was haben Heimkehrer an Berlin vermisst? Und was könnte die Stadt von Urlaubsorten lernen? Wir haben nachgefragt.

Welcome back. Skadi Jopt und Gordon Bleeck waren in Spanien.
Welcome back. Skadi Jopt und Gordon Bleeck waren in Spanien.Foto: Fatina Keilani

Flughafen Tegel, voller Betrieb. Ein Flieger nach dem anderen landete hier am Wochenende, etliche Familien kehrten aus dem Urlaub zurück. An diesem Montag geht schließlich für viele Berliner der Alltag wieder los. Wir wollten von den Heimkehrern wissen: Was an Ihrem Ferienort war so gut, dass wir uns für Berlin etwas davon abgucken sollten? Und was haben Sie vermisst? Nutzen Sie dafür die Kommentarfunktion unter diesem Text. Wir freuen uns über Ihre Erlebnisse und Erfahrungen.

Die erste ist Julia Kavanek, 33, mit ihrer Tochter Anastasia, 12.

Woher kommen Sie zurück?

Wir waren in Finnland.

Und, was könnte Berlin von den Finnen übernehmen?

Es gibt sehr kinderfreundliche Züge, und auch sehr freundliche Menschen. Kinder haben dort einen hohen Stellenwert.

Die Finnen sollen doch so traurig sein?

Nein, das stimmt nicht. Hier in Berlin sind sie griesgrämiger.

Und was ist an den Zügen so besonders?

Anastasia Kavanek: Die Familienabteile sind richtig zum Spielen ausgestattet, mit großer Rutsche, Büchern zum Lesen, Klettergerüst... das macht richtig Spaß.

Julia Kavanek: In Finnland bestimmen Wissenschaftler für jede Altersstufe und jeden Jahrgang, welche Nährstoffe Kinder brauchen, und danach wird das Schulessen ausgerichtet. Die Qualität des Schulessens ist viel höher, und es kostet nichts extra. Finnland ist ein Wohlfahrtsstaat, da gehen Gelder in diese Bereiche.

Und gibt es auch etwas aus Berlin, das Sie vermisst haben?

Anastasia: Mein Bett.

Die Geschichte des Flughafens Tegel in Bildern
Sieht man ja auch nicht alle Tage aus dieser Perspektive: den Flughafen in Berlin-Tegel. Rechts das Terminal mit den zwei Pisten davor. Oben im Bild Flughafensee (rechts, der kleine) und der Tegeler See. Unten die Kleinanlagen zwischen Piste und Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal.Weitere Bilder anzeigen
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02.02.2017 09:45Sieht man ja auch nicht alle Tage aus dieser Perspektive: den Flughafen in Berlin-Tegel. Rechts das Terminal mit den zwei Pisten...

Als nächstes kommt Familie Großmann aus Zehlendorf in der Ankunftshalle an. Eltern Philipp und Veronica Großmann mit Abiturientin Emilia,17, und Sohn Timofei, 14.

Woher kommen Sie zurück?

Wir waren auf Ischia.

Und was war dort besser?

Philipp Großmann: Das Essen. Es werden dort nur frische Produkte verwendet, so dass auch im einfachsten Lokal die Gerichte eine ganze andere Qualität haben als hier. Hier wird ja oft auch in Restaurants Fertigware verwendet.

Veronica Großmann: Kulinarisch können wir von dort noch eine ganze Menge lernen. Das Gute kann so einfach sein.

Was ist in Berlin besser?

Philipp Großmann: Geärgert hat mich, dass kein einziger Taxifahrer den Taxameter angestellt hat, man musste immer den Preis verhandeln. In Berlin ist alles viel ordentlicher, das habe ich vermisst.

Veronica Großmann: Vermisst habe ich gar nichts. Die Lebensweise dort ist sehr angenehm, hier ist es viel hektischer.

Sohn: In den Bussen war es immer überfüllt, man kam nicht raus, man wusste auch nicht, wann der Bus kommt, und wenn er zu voll war, hielt er nicht an.

Tochter: Busse und Bahnen waren auch oft dreckig und kaputt.

Es hetzen pausenlos Menschen vorbei. Skadi Jopt strahlt Erholtsein aus. Sie war mit Ehemann Gordon Bleeck und Sohn Ian, 8, in den Ferien.

Woher kommen Sie jetzt?

Aus Alicante.

Was würden Sie gerne importieren?

Die Gelassenheit. Es ist alles entspannter dort. Dazu das schöne Wetter, das tolle Essen, viel Knoblauch, auch der Alkohol – in Deutschland ist es ja eher verpönt, jeden Abend ein Weinchen zu trinken.

Und ist dort auch irgendwas besser organisiert als bei uns?

Der Verkehr. Bei uns ist es mit den Ampeln nicht so gut gelöst, es entstehen Staus, dort gibt es eigentlich fast nur Kreisverkehre, das finde ich super.

Und was haben Sie vermisst?

Eine richtige Abkühlung, ein Gewitter oder so. Und, naja... die Gelassenheit kann auch manchmal zu viel sein, wenn man zum Beispiel ein Eis bestellt und der Kellner einen zum fünften Mal ignoriert.

Als nächstes kommen Mark und Jana Dierberg mit Jan,10, und Maja, 3.

Woher sind Sie jetzt eingeflogen?

Dubai. Die Stadt ist viel moderner als Berlin, da kann sich Berlin eine Scheibe von abschneiden.

Aber ist es da nicht affenheiß, oder hält man sich sowieso nur in klimatisierten Einkaufszentren auf?

Dort ist alles klimatisiert, sogar die Haltestellen, das ist Wahnsinn. Wenn bei uns die Züge ausfallen, ist es dort immer noch kühl auf den Straßen.

Haben Sie trotzdem was vermisst?

Bei uns sind die Geschäfte übersichtlicher angeordnet. Dort hat man eine Passage nur mit Uhren, eine Passage mit Schmuck, eine Passage mit Kleidung, und dann gibt es eine ganze Etage nur Fastfood-Läden.

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