Berlin : Ende des Streits um Plane in Sicht

Senat und Bezirk dulden Verhüllung des Barackennachbaus am Checkpoint Charlie nicht länger. Mauermuseum bekommt Auflagen für Nutzung

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Der Streit um die Nutzung des Wachhäuschens am ehemaligen Checkpoint Charlie steht offenbar vor einer Lösung. Berlins Bausenatorin Ingeborg JungeReyer (SPD) und der zuständige Baustadtrat des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz, wollen die Verhüllung der nachgebauten Kontrollbaracke in der Friedrichstraße nicht länger dulden. „Beide sind sich einig, dass es so nicht weitergehen kann", sagt Junge-Reyers Sprecherin Petra Rohland nach einem Gespräch der beiden Politiker am Donnerstag. Die Lösung: Das benachbarte Mauermuseum hat für die Aufstellung des Häuschens vom Bezirk eine Sondernutzungserlaubnis für öffentliches Straßenland. Diese Erlaubnis könne man mit Auflagen verknüpfen, sagt Rohland, „zum Beispiel mit einem Verbot, das Häuschen zu verhüllen.“ Diese Lösung werde der Bezirk schnell in die Tat umsetzen.

Wie berichtet, liefert sich die Chefin des Mauermuseums einen heftigen Streit mit drei Schauspielstudenten. Diese lassen sich – kostümiert mit Uniformen der Alliierten oder der DDR-Volkspolizei – gegen Gebühr von Touristen am Checkpoint Charlie fotografieren. Hildebrandt sieht darin eine Verletzung der Würde des Ortes, der dem Gedenken an Mauer und Kalten Krieg diene – und ließ den Nachbau des Kontrollhäuschens in eine Plane packen, um den Schauspielstudenten das Geschäft zu vermiesen. Die wiederum ließen sich davon nicht abschrecken und posieren weiter für Touristen.

Die Verhüllung ist in der Nacht zu Donnerstag heruntergerissen worden. Hildebrandt ließ sie noch am Morgen wiederherstellen – und sie werde dies nach jeder Beschädigung auch wieder tun, sagte sie. „Solange, bis die Debatte beigelegt ist.“ Die Berliner Polizei ermittelt bereits in dem Fall, weil Anzeige wegen Sachbeschädigung erstattet wurde. Museumschefin Hildebrandt wollte nicht sagen, ob sie die Anzeige erstattet hat. Auf Nachfrage erklärte sie, auch der Wind hätte die Plane beschädigt haben können. I.B.

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