Berlin : Ende des Winters

Werner van Bebber

Drei Tage gibt es in diesem Jahr, an denen in und über Berlin das Schicksal waltet. Dieser heutige Donnerstag ist so ein Tag, an dem das Schicksal spricht – in Gestalt des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, das über den Großflughafen Berlin-Brandenburg entscheidet. Noch zwei Tage dieser historischen Größenordnung werden folgen: Wenn die Berliner im September ein neues Abgeordnetenhaus wählen und wenn das Bundesverfassungsgericht, vermutlich im Oktober oder November, über die Berliner Finanzklage entscheidet. Alle drei Tage haben eines gemeinsam: Sie können kollektive Stimmungen verändern, sie können Stimmungen ins Gegenteil verkehren. Wenn die Flughafenbefürworter über „Berlin Brandenburg International“ sagen, es gehe um eine „Jobmaschine“, die zehntausende von Arbeitsplätzen schafft, reden sie davon: Bleibt die Stadt unter einer bleigrauen Wolke des Trübsinns – oder wird das Gericht in Leipzig dieses seit Jahren herrschende Berliner Dauergefühl vertreiben: dass in der Stadt, wenn es um Arbeitsplätze geht, Demontage angesagt ist? Ein spannender Tag: Vielleicht bringt er, zumindest emotional, das Ende des Winters.

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