Ende einer Ära in Brandenburg : Potsdams OB Jann Jakobs tritt nicht mehr an

In Potsdam geht eine Ära zu Ende: Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) tritt im kommenden Jahr nicht zur Wiederwahl als Rathauschef an.

Katharina Wiechers
Keine weitere Amtszeit. Potsdam Oberbürgermeister Jann Jokobs hört im Herbst 2018 auf.
Keine weitere Amtszeit. Potsdam Oberbürgermeister Jann Jokobs hört im Herbst 2018 auf.Foto: Manfred Thomas

Potsdams Rathauschef Jann Jakobs (SPD) tritt nach 16 Jahren im Amt bei der Wahl zum Oberbürgermeister im Jahr 2018 nicht noch einmal an. Das sagte der 63-Jährige am Montagabend im Stadthaus. Das sei seine „persönliche Entscheidung“, erklärte er.
Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, da er alle wichtigen Posten besetzt habe, alle Weichen gestellt seien. Zudem wolle er der SPD und den anderen Parteien genügend Zeit für die Nachfolgesuche geben. Als Grund dafür, nicht wieder anzutreten, nannte Jakobs, dass er nicht sicher sagen könne, ob er für eine weitere achtjährige Amtszeit noch ausreichend Kraft und Engagement habe. Gesundheitliche Probleme habe er aber keine, betonte er.

Eigentlich war erwartet worden, dass Jakobs sich erst im Frühsommer zu seiner politischen Zukunft äußern würde. Er ist seit 2002 Potsdams Oberbürgermeister, damals folgte er auf Matthias Platzeck (SPD). 2010 wurde Jakobs wiedergewählt; die nächste Oberbürgermeister-Wahl steht im Herbst 2018 an.

Keine Angaben zu potenziellen Nachfolgern

Zu potenziellen Nachfolgern wollte sich Jakobs am Montagabend nicht äußern. Er werde auch künftig öffentlich keine Vorschläge machen oder solche kommentieren. Wenn die SPD seinen Rat wolle, werde sie diesen erhalten. Er habe seine Entscheidung jedoch erst am Montagabend der SPD-Fraktion und den Beigeordneten mitgeteilt. In den kommenden 20 Monaten habe die SPD nun genug Zeit, eine Entscheidung über einen Kandidaten zu treffen.
Seinem Nachfolger empfehle er „ein dickes Fell, eine Moderatorenausbildung und unendlich viel Geduld“. Er selbst habe noch keine konkreten Pläne für die Zeit nach dem Amt. „Irgendwelche politischen Positionen“ strebe er aber nicht an. Die Generalsekretärin der SPD Brandenburg, Klara Geywitz, sagte, sie respektiere Jakobs’ Entscheidung. Die Potsdamerin sprach von einer erfolgreichen Amtszeit, die mit der Wiedergewinnung der Mitte untrennbar verbunden sei. Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg, gegen den sich Jakobs sowohl 2002 als auch 2010 in einer Stichwahl durchsetzen musste, sprach von einer verantwortungsvollen und nachvollziehbaren Entscheidung. Ob er selbst 2018 noch einmal antreten werde, ließ er offen.

"Potsdam ist in gutem Zustand"

Auf den Zeitpunkt der Verkündung seiner Entscheidung angesprochen verwies Jakobs auch darauf, dass die Beigeordnetenriege nun wieder komplett sei. Entscheidend für den Zeitpunkt sei aber auch das Urteil des Verwaltungsgerichts zum Bürgerbegehren zur Erhaltung der DDR-Bauten in der Potsdamer Mitte gewesen. Das Gericht hatte die Entscheidung des Rathauses bestätigt, das Begehren für unzulässig zu erklären. Wäre es anders gekommen, „wäre das eine für mich nicht akzeptable Situation gewesen, ich hätte meine Entscheidung infrage gestellt“. Doch jetzt sei für ihn klar: „Potsdam ist in gutem Zustand und ich kann die Stadt mit voller Überzeugung in andere Hände übergeben.“

Für seine verbleibende Amtszeit kündigte Jakobs an, einen Lösungsvorschlag im seit Jahren stockenden Konflikt um das Griebnitzsee-Ufer zu machen. Zudem werde er das neue Schwimmbad eröffnen und den neuen Intendanten des Hans-Otto-Theaters bestimmen.

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