Berlin : Ende September erhält das Alte Palais seine Pergola zurück

Helmut Caspar

Den Bebelplatz kann man nicht gerade als grüne Lunge Berlins rühmen, und daran wird sich im Prinzip nichts ändern. Aber ein grüner Blickfang, ein wenig Blätterrauschen, ist in Sicht. Ende September wird die Plane fallen, die die seitliche, zum Platz gelegene Fassade des Alten Palais derzeit verhüllt. Zutage kommt dann die Pergola, die einst das von Carl Ferdinand Langhans ersonnene Gebäude schmückte, die man 1962 entfernte und die nun von der Stiftung Denkmalschutz Berlin rekonstruiert wurde.

Gekostet hat das Projekt rund 540 000 Euro. Finanziert wurde es durch die Werbung auf der Bauplane. Schon schwärmt Stiftungsgeschäftsführer Helmut Engel von der künftigen Begrünung der bis in die zweite Etage reichenden Pergola mit Zierwein. „Der Vorbau vermittelt dem Bebelplatz ein südländisches Flair, solch etwas sucht in der Berliner Palastarchitektur seinesgleichen.“

Für Helmut Engel war die auf einem Gewölbe stehende Pergola ein wichtiger Bestandteil des zwischen 1834 und 1837 erbauten Alten Palais an der Ecke Unter den Linden. Dort erholte sich Kaiser Wilhelm I. an frischer Luft vom Aktenstudium in seinem Arbeitszimmer. Schon als Prinz hatte er das Alte Palais für sich genutzt.

Erst kürzlich wurden die überlebensgroßen Terrakottaköpfe auf vier Sandsteinsäulen gesetzt. Diese tragen das Gitter von Holzbalken. Das Gebälk besteht aus einem verleimten Schichtholz, das nicht reißt und sich auch nicht verwirft. Der konservierende Anstrich entspricht der Farbe des Alten Palais. „Die Pergola steht auf den zum Teil noch erhaltenen Fundamenten des vor 45 Jahren abgerissenen Anbaus und entspricht in ihrer Dimension und den verwendeten Materialien dem Original“, erläutert Architekt Jürgen Könnecke. Und wie zu Kaisers Zeiten wird auch ein Schutzgitter davor gesetzt. Helmut Caspar

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar