Berlin : "Endlich weg"

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So kurz vor Weihnachten zeigt sich sogar der politische Gegner kulant. "Der Urlaub sei ihm gegönnt", sagt CDU-Geschäftsführer Matthias Wambach. Am Freitag hatte sich der Regierende Bürgermeister in den zweiwöchigen Urlaub aufgemacht, dem Vernehmen nach zum Schnorcheln und Golfen in die Karibik. Eine verdiente Ruhepause nach einem harten Polit-Marathon, an der auch die CDU nichts auszusetzen hat.

"Es gibt zwar noch eine Reihe ungeklärter Fragen für die Stadt", sagt Wambach. "Aber die werden sich auch Heiligabend nicht lösen lassen." Mit Bezug auf Wowereits wiederholte Party-Auftritte will sich der CDU-Sprecher allerdings einen Seitenhieb nicht verkneifen. Verdiente Ruhepause? "Ich hatte in jüngster Zeit den Eindruck, dass Herr Wowereit sich neben der harten Arbeit immer schon viel Freizeit genommen hat ..."

Sobald der Regierungschef aus dem Urlaub zurück ist, stehen ihm harte Verhandlungen mit den Gewerkschaften über Einsparungen im öffentlichen Dienst bevor. Deswegen freut sich Verdi-Chefin Susanne Stumpenhusen, dass der Regierende ganze zwei Wochen weg ist: "Solange habe ich meine Ruhe, weil er sich keinen neuen Unsinn ausdenken kann." Zwar seien nach den jetzt beendeten Koalitionsverhandlungen aus Gewerkschaftssicht noch "zu viele" Fragen offen, bemängelt Stumpenhusen. "Aber so kann ich jetzt auch mal die Füße hochlegen."

So ganz zum Abschalten wird Klaus Wowereit allerdings auch in der Karibik nicht kommen. Obwohl sich die rot-roten Partner rechtzeitig vor seinem Abflug auf die wesentlichen Inhalte ihres Koalitionsvertrages geeinigt haben, steht ein kniffliger Diskussionspunkt noch aus: die politisch heikle Präambel (siehe Text). Sobald Parteichef Strieder mit der Bearbeitung des Entwurfs fertig ist, will er den Text dem Regierenden schicken, damit der eventuelle Veränderungen vornehmen kann. Davor schützt Wowereit auch die Urlaubsflucht nicht, sagt Parteisprecherin Anja Sprogies: "Er ist per Fax und Telefon zu erreichen."

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