Berlin : Endspurt vor der Wahl: Die Parteien kämpfen um die Unentschlossenen

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Keine Woche mehr bis zur Wahl, das heißt: Endspurt. Die Parteien spannen noch einmal alle Muskeln an, wiederholen die bewährten Argumente, jagen Pressemitteilungen heraus, um die noch unentschlossenen Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Umfragen zufolge sind es ganze 25 Prozent der Berliner Wahlberechtigten, die sich noch nicht entschieden haben, wem sie ihre Stimme geben - und ob sie ihre Stimme überhaupt vergeben sollen, oder nicht einfach zu Hause bleiben.

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An diese vor allem wendet sich nun die SPD. Rund 800 000 Berliner Haushalte werden in den nächsten Tagen Post vom Regierenden Bürgermeister kriegen. Klaus Wowereit (SPD) will die Menschen darin bitten, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. "Das wäre das beste Bekenntnis zu den Werten unserer freien Demokratie", heißt es bei seinem Wahlkampfstab. Insbesondere werde er dafür werben, eine demokratische Partei zu wählen. Ein Hinweis am Ende gibt dann auch erkennen, welche ihm am liebsten wäre: "Sozialdemokraten waren immer zur Stelle, wenn es in der Geschichte Berlins darauf ankam - das ist auch heute nicht anders". Den Abschluss des Wahlkampfes wird die SPD am Donnerstagabend in der "Arena" in Treptow feiern. Sprechen sollen Wowereit, Bundeskanzler Gerhard Schröder und die frühere Brandenburger Sozialministerin Regine Hildebrandt.

Noch mehr über-regionale Prominenz schickt die CDU in die letzte Wahlkampfwoche: Angela Merkel, Edmund Stoiber, Friedrich Merz und Erwin Teufel sollen zum Einsatz kommen. Spitzenkandidat Frank Steffel lässt sich von den schlechten Umfragewerten für ihn und seine Partei nicht irritieren: "Der Zuspruch zu unseren Positionen und Kandidaten wächst spürbar", ließ er am Montag mitteilen. In Hamburg hätten sich fast zehn Prozent der Wähler erst am Wahltag entschieden - "und zwar gegen Rot-Grün", macht Steffel der CDU Mut.

FDP-Chef Guido Westerwelle dagegen hält die Wahl für die CDU schon für verloren. Wer in Berlin eine Regierungsbeteiligung der PDS verhindern wolle, müsse die Liberalen wählen. Eine Stimme für die CDU sei dagegen verschenkt.

Gregor Gysi von der PDS wiederum warnte SPD und Grüne davor, eine "Ampelkoalition" mit der FDP einzugehen, falls es für beide alleine nicht reichen sollte. "Das hält keine fünf Jahre", sagte Gysi, ein SPD/PDS-Bündnis wäre auf jeden Fall stabiler. Er sieht seine Partei bei "20 Prozent plus X".

Zum gleichen Thema äußerte sich auch die Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, Sibyll Klotz. Es gebe keinerlei Absprachen zur Bildung einer Ampelkoalition nach der Wahl. Klotz dementierte damit einen Zeitungsbericht. Die Bereitschaft ihrer Partei zu einer Zusammenarbeit mit der FDP halte sich weiterhin sehr in Grenzen. Dagegen schloss Klotz auch eine rot-rot-grüne Koalition mit SPD und PDS nicht aus.

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