Energie in Berlin : Ins Netz gegangen

Berlin will sich am Strom- und Gasnetz beteiligen. Die CDU hat sogar einen städtischen Anteil von über 50 Prozent akzeptiert. Doch viele Fragen bleiben offen. Ein Kommentar.

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Rückbau von Berlins ältester Strom-Freileitung.
Rückbau von Berlins ältester Strom-Freileitung.Foto: picture alliance / dpa

Lange haben SPD und CDU um einen Kompromiss gerungen, nun steht er fest: Das Land will sich am Strom- und Gasnetz beteiligen und eine Energieplattform gründen. Die SPD hat sich von ihrem Ziel der kompletten Rekommunalisierung der Netze verabschiedet, die CDU als Rekommunalisierungsgegnerin hat beim Gasnetz einen städtischen Anteil von über 50 Prozent akzeptiert. Und beim Strom sollen es jetzt 50 Prozent sein, später auch mehr.

Ansonsten bleiben jede Menge Fragezeichen. Erstens: Was sagen die Energieversorger dazu? Eon freut sich, und Vattenfall kann hoch pokern. Die Tochter Stromnetz Berlin bewirbt sich im Konzessionsverfahren ums Stromnetz, und Vattenfall selbst soll Gasag-Anteile verkaufen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt: Die Gespräche über einen Anteilsverkauf müssen laut Entflechtung im Energierecht strikt getrennt vom Konzessionsverfahren laufen. Das Kartellamt prüft bereits. Zweitens: Wie teuer wird das Ganze? Darüber herrscht Stillschweigen. Drittens: Wie kann man mit Netzen Energiepolitik machen, wenn jede Art von Energie durchgeleitet werden muss? Diese Frage bleibt ebenso unbeantwortet wie die Zukunft des Stadtwerks, das vermutlich in der geplanten Energieplattform als Bonsai verkümmern wird.

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