Berlin : Energie-Preise: Gasag bietet Kunden erstmals Festpreis an

Sigrid Kneist

Kunden der Gasag können künftig zwischen verschiedenen Tarifen den für sie günstigsten auswählen. Erstmals ist es für eine begrenzte Zahl von Kunden möglich, einen Vertrag über einen Festpreis für das Gas abzuschließen, der ein Jahr lang unabhängig von der Entwicklung der Energiepreise festgesetzt wird. Derzeit schreibt das Unternehmen rund 700 000 Privathaushalte an, um über die künftige Tarifstruktur aufzuklären.

Danach bleibt es weiter bei den bisherigen so genannten Vario-Tarifgruppen, die den jeweiligen Grundpreis und den Preis pro Kilowattstunde gestaffelt nach dem Verbrauch zwischen 3000 und 15 000 Kilowattstunden, zwischen 15 000 und 100 000 Kilowattstunden und mehr als 100 000 Kilowattstunden festlegen. In diesen Gruppen bleibt der Verbraucher auch weiterhin automatisch eingestuft, wenn er sich nicht bei der Gasag meldet, um den Tarif zu ändern.

Bei dem Tarif Gasag-Fix kann sich der Kunde dafür entscheiden, einen Vertrag über 12 Monate abzuschließen, bei dem der Grundpreis gleich bleibt und der Verbrauchspreis - knapp unter den derzeitigen Vario-Tarifen - für ein Jahr festgelegt wird. Von diesem Tarif kann man vor allem profitieren, wenn der Ölpreis weiter steigt und die Gasag ihre Preise dieser Entwicklung anpassen muss. Bei dem drastischen Anstieg der Ölpreise im vergangenen Jahr erhöhte die Gasag drei Mal die Tarife um bis zu 40 Prozent. Nach Angaben von Gasag-Sprecher Klaus Haschker ist dieses Angebot aber begrenzt; das Unternehmen möchte erst einmal testen, wie groß das Interesse und auch das unternehmerische Risiko durch die Entkopplung vom Ölpreis ist. Rund 8000 Haushalte können diesen Tarif in Anspruch nehmen; ausschlaggebend ist der Zeitpunkt der Anmeldung.

Bei Gasag-Aktiv muss man sich für eine Laufzeit von mindestens 18 Monaten festlegen, bei einem festen Grundpreis und einem niedrigeren Kilowattstunden-Preis für das Gas. Wie Haschker sagte, lohnt sich dieses Angebot erst für Haushalte mit einem Verbrauch von mindestens 8000 Kilowattstunden. Dann könne man rund sechs Prozent gegenüber den Vario-Tarifen sparen. In der Vario-2-Gruppe (15 000 bis 100 000 Kilowattstunden) kostet derzeit beispielsweise der monatliche Grundpreis 29 Mark und die Kilowattsunde 8,2476 Pfennig. Bei Gasag-Aktiv liegt der Grundpreis unabhängig vom Verbrauch bei 27,23 Mark und die Kilowattstunde bei 7,7836 Pfennig.

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Tarifwahlmöglichkeiten gibt es bei der Bewag seit November 1999. Dabei sind aber 90 Prozent der Kunden in der von dem Versorger vorgeschlagenen Preisgruppe "Classic" geblieben. Auch die Gasag rechnet damit, dass lediglich fünf bis zehn Prozent der Verbraucher die Tarifgruppe wechseln.

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