Berlin : English for Police Officers

Ab Donnerstag lernen Polizisten in speziellen Sprachkursen für die WM 2006

Tanja Buntrock

„Good afternoon, I’m a police officer“– etwas mehr als diesen Satz sollten die Berliner Polizisten spätestens bis zur Fußball-WM 2006 schon parat haben. Was eine „grievous bodily harm“ (schwere Körperverletzung) oder ein „fatal accident“ (Unfall mit Todesfolge) ist, wird vorausgesetzt. Deshalb starten ab Donnerstag an der Landespolizeischule in Ruhleben zusätzlich zu den Standard-Englischkursen spezielle „Vorbereitungskurse zur WM 2006“.

20 Polizisten, die mehrere Monate einmal pro Woche geschult werden, machen den Anfang, sagt Hartwig Ibscher. Er ist einer von drei Englisch-Lehrern an der Polizeischule. Vorher hatte der 55-Jährige an einer Gesamtschule unterrichtet. Die Inhalte der WM-Kurse seien noch nicht konkret festgelegt. Aber der „Fußballfachjargon rund um das Spiel“ steht auf jeden Fall auf dem Lehrplan. Ebenso müsse den Beamten vermittelt werden, wie man ausländische, gewaltbereite Fangruppen zähmt oder wie man als Pressesprecher den angereisten Medienvertretern ein Statement zur Einsatztaktik gibt – auf Englisch. Wenn sich Fußballfans nach einem Spiel über eine Schiedsrichterentscheidung so sehr aufregen, dass die Situation eskalieren könnte, „ist es hilfreich, wenn die Beamten das Gespräch mit den Fans suchen“, sagt Ibscher. Und was ein „referee“ ist, sollten sie dazu eben wissen.

Mit der ersten Kursgruppe wird gemeinsam geplant, welche Inhalte zur WM 2006 wichtig sein könnten. „Darauf stellen wir Lehrer uns ein. Den nachfolgenden Kursen können wir dann Schulungsmaterial zusammenstellen“, erklärt er. Zielgruppe sind alle Beamten: Vom Verkehrspolizisten bis zum Einsatzleiter. Die Bewerbungskriterien für die WM-Kurse würden innerhalb der „Koordinierungsgruppe WM 2006“ erörtert, die seit über einem Jahr bei der Polizei besteht.

Ohnehin werden seit Jahren wöchentlich an der Polizeischule 20 Standard-Kurse in Englisch angeboten. Es gibt Anfänger-, Aufbau- und Fortgeschrittenengruppen. Vor allem Polizisten, die aus dem Osten kämen und früher in der Schule Russisch gelernt hätten, nehmen an den Englischstunden teil. Doch beim „Hello, how are you?“ bleibt es nicht. „Wir versuchen sehr schnell, polizeispezifische Inhalte zu vermitteln.“

Glücklicherweise haben die Schüler es im Englischen mit der Polizeisprache etwas einfacher: Eine „rotes Wechsellicht abstrahlende Lichtzeichenanlage“, wie die rote Ampel im Polizeideutsch heißt, müssen sie auf Englisch nicht lernen.

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