Berlin : Ente ohne Trüffel

Hans-Peter Wodarz verlängert „Pomp Duck“ bis Ende 2004

Bernd Matthies

Er hat sich durch die Konkurrenz die Laune nicht verderben lassen. „Ich bin ja fast schon Berliner“, sagte Hans-Peter Wodarz am Dienstag anlässlich einer Pressevorführung. Wichtigstes Zeichen: „Pomp Duck and Circumstance“ ist bis zum 31.Dezember 2004 verlängert worden, vorerst, wie der Chef betont. Denn er spielt inzwischen mit dem Gedanken, sogar die Fußball-WM 2006 in der Stadt zu begleiten. Angesichts dieser langfristigen Pläne ist ein kleiner Rückschlag zu verkraften: Die „Weiße Trüffelnacht“, die am kommenden Sonntag im Zelt am Gleisdreieck stattfinden sollte, ist geplatzt. Die italienischen Veranstalter haben die Versteigerungs-Gala zugunsten der Unesco, die parallel in Los Angeles, in Berlin und auf der MS Europa vor den Kanarischen Inseln stattfinden sollte, ohne Angabe von Gründen abgesagt. Der Münchener Küchenchef Mario Gamba, der das FünfGang-Menü kochen wollte, sitzt nun auf sechs Kilo weißen Trüffeln für 30000 Euro.

So oder so entwickelt sich die Show, die seit 100 Tagen unter dem Motto „Restaurant out of control“ steht, langsam weiter. Regisseur David Shiner sagte, er wolle noch mehr Musicalelemente einbringen und beispielsweise eine Ratte auftreten lassen, die an der Bühne auftauche und schöne Lieder singe.

Doch auch artistische Neuigkeiten gibt es von Zeit zu Zeit. Seit einigen Wochen ist der 12-jährige Tscheche Alan Sulc neu im Programm, ein Nachwuchs-Rastelli, der mit rasendem Tempo neun Gummibälle gleichzeitig in der Luft hält und auf der nächsten Zirkus-Olympiade in Monte Carlo auftreten wird. Allmählich etabliert sind auch die beiden Programme, mit denen Wodarz die beiden Ruhetage der Show, Montag und Dienstag, überbrückt. Am Montag bieten „Evi und das Tier“ musikalisches Entertainment mit einem Hauch von Persiflage, und am Dienstag zeigt Chin Meyer alias Siegmund von Treiber, Nervensäge der Pomp-Duck-Show, sein kabarettistisches Steuerfahnder-Solo unter dem Titel „Keine Schonkost“.

Schließlich wird im Zelt einer gefunden, der bisher noch nie gesucht worden war: der „deutsche Suppenstar“. Das Finale des Hobbykochwettbewerbs, der im März in Thüringen begonnen hatte und in den deutschen „Zipfeln“ Görlitz, Oberstdorf, List/Sylt und Selfkant bei Aachen fortgesetzt wurde, findet statt am Mittwoch, dem 19.November. Vermutlich. Und dann plant die Ente noch Nachwuchs: eine Show namens „Crazy Duck“ im neuen „Goya“ am Nollendorfplatz, zu sehen vermutlich ab November 2004.

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